Gerichtsvollzieher haben bisher 143 Millionen Euro eingetrieben
Yukos bereitet ersten Zwangsverkauf vor

Yukos bereitet die ersten der von der Justiz beschlagnahmten Anteile an dem seinem Förderbetrieb zum Zwangsverkauf vor. Eine Veräußerung ist bis Ende Juli bereits möglich.

HB MOSKAU. Der zu Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe verurteilte russische Ölkonzern Yukos steht nach eigenen Angaben vor einem ersten Zwangsverkauf. Die von der Justiz beschlagnahmten Anteile an dem nach Vorräten größten Förderbetrieb des Unternehmens, Juganskneftegas, könnten bis Ende Juli unter Umständen veräußert werden, teilte ein Yukos-Sprecher am Dienstag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Die Verkaufssumme könne bei 1,75 Milliarden Dollar (1,41 Mrd. Euro) liegen. Über den möglichen Käufer wurden keine Angaben gemacht.

Nach Yukos-Angaben würde ein Verkauf zum derzeitigen Standpunkt gegen geltendes Recht verstoßen, da die Förderbetriebe für den Fortbestand des Unternehmens unabdingbar seien. Die Justizbehörden gaben am Dienstag in Moskau bekannt, dass Gerichtsvollzieher bislang 5,2 Milliarden Rubel (umgerechnet 143,6 Millionen Euro) an Barmitteln von dem vor der Pleite stehenden Unternehmen eingetrieben hätten. An der Moskauer Börse verloren die Yukos-Aktien nach dieser Mitteilung mehr als 9 Prozent.

Der Yukos-Konzern ist rechtskräftig zur Nachzahlung von Steuern für das Jahr 2000 in Höhe von umgerechnet 2,8 Milliarden Euro verurteilt. Bis zum Monatsende will Yukos nach eigenen Angaben ein Drittel der Summe in bar zahlen. Das Unternehmen sieht sich derzeit nicht in der Lage, die gesamten Nachforderungen zu begleichen. Im laufenden Vollstreckungsverfahren wurden in den vergangenen Wochen Geschäftskonten gesperrt und Beteiligungen an Tochterunternehmen wie Juganskneftegas sowie weiteren Förderbetrieben eingefroren.

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