Gespräche
Alstom-Werk Mannheim steht auf der Kippe

Die Zukunft des französischen Alstom-Konzerns in Mannheim bleibt ungewiss. Die angekündigte Entscheidung blieb aus.

PARIS/DÜSSELDORF. Am vergangenen Freitag hat der Aufsichtsrat der deutschen Holding den befürchteten Stellenabbau von rund 900 der 2000 Stellen nicht beschlossen. Stattdessen sollen die Gespräche in der paritätisch besetzten Arbeitsgruppe in der zweiten Novemberwoche fortgesetzt werden. „Wir suchen weiter nach einer tragfähigen Lösung“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Der französische Alstom-Konzern ist auf den Gebieten Kraftwerksbau und Verkehrstechnik tätig. Im Kraftwerksbau litt er in den vergangenen Jahren nicht nur unter der Marktschwäche nach dem Auslaufen des Booms in den USA, sondern auch unter fehlerhaften Gasturbinen, die er von ABB übernommen hatte. Die Kosten für die Nachbesserung der Turbinen und Regressforderungen brachten Alstom an den Rand des Zusammenbruchs. Der französische Staat sprang ein und ist heute größter Alstom-Aktionär.

Bis Ende Juni 2007 schützt eine Betriebsvereinbarung die Beschäftigten im Mannheimer Stadtteil Käfertal vor betriebsbedingten Kündigungen. Doch danach droht der Verlust fast der Hälfte der Arbeitsplätze. Denn die Konzernzentrale in Paris sieht in Mannheim eine gefährliche Unterauslastung und zu hohe Kosten im Vergleich zu den anderen Standorten vor allem in Polen. „Von der Restrukturierung der Division ist nicht nur der Standort Mannheim betroffen“, sagt Guy Chardon, Vizepräsident der Sparte in Paris. „In Frankreich haben wird bereits 1 300 Stellen gestrichen.“

Mannheim habe eine Zukunft, doch dafür müssten die Kosten sinken. Alstom habe das Problem, dass derzeit Dampfturbinen für Kohle- und Kernkraftwerke in Europa wenig gefragt seien. „Um asiatischen Kunden wettbewerbsfähige Preise bieten zu können, müssen unsere Kosten deutlich sinken“, sagt Chardon. Noch beschäftigt Alstom in Deutschland im Bereich Power 3 700 Personen, vor drei Jahren waren es noch rund 5 000.

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