Getränke-Abfüllanlagen
Krones schreibt Gewinn – aber nicht in Deutschland

Der Konkurrenzkampf im Getränkeabfüllgeschäft wird immer härter. Das bekommt auch Krones zu spüren. Zwar steigt der Gewinn im ersten Quartal, doch das Geld verdient der Konzern nicht in Deutschland.
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MünchenNach Jahren des Preiskampfes in der Branche rechnet der Getränke-Abfüllanlagenbauer Krones nicht mehr mit Besserung. „Das bleibt so“, sagte Finanzchef Christoph Klenk am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen in München. Der Preisdruck komme durch die Wettbewerber und durch gut organisierte Kunden – vor allem Getränkehersteller – mit hoher Einkaufsmacht. Bei einzelnen Maschinen sei die Situation noch etwas besser als bei Großprojekten zum Bau kompletter Getränkefabriken, weil die Risiken leichter einschätzbar seien. Klenk, der 2016 den Posten des Vorstandschefs übernimmt, sagte, Krones setze beim geplanten Wachstum nicht auf steigende Preise, sondern auf neue Lieferanten, mehr Materialeinkauf außerhalb Deutschlands und interne Verbesserungen.

Das 2011 gestartete Spar- und Effizienzprogramm zahlt sich dem Konzern zufolge jetzt zunehmend aus. Im ersten Quartal kletterte der Gewinn vor Steuern um 16,5 Prozent auf 50,2 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um gut fünf Prozent auf 739 Millionen Euro. 2015 soll er, wie Vorstandschef Volker Kronseder sagte, „unterm Strich stärker wachsen als der Gesamtmarkt“, für den ein Plus von vier Prozent erwartet wird.

Wachstumstreiber seien nach wie vor Entwicklungs- und Schwellenländer, wo immer mehr Menschen in die Mittelschicht aufstiegen und dann abgepackte Getränke und Lebensmittel kauften. Der Konzern aus Neutraubling bei Regensburg erzielt rund 60 Prozent seiner Erlöse in aufstrebenden Regionen der Welt. Das stärkste Wachstum wiesen zuletzt Afrika, Arabien und die Region Asien/Pazifik auf, dort vor allem China. Auch wenn das Geschäft in der Volksrepublik in den nächsten ein bis zwei Jahren eher stagniere, bleibe es mittel- und langfristig eines der wichtigsten Ländern für Krones, erläuterte Klenk. Allerdings sind auch in China lokale Wettbewerber stark vertreten.

In Europa und Nordamerika wachse der Getränkekonsum und damit der Bedarf an neuen Anlagen zum Brauen und Abfüllen dagegen kaum. Dort sieht Krones eher Chancen durch immer neue Verpackungen, die künftig mit einfacheren Verfahren direkt bedruckt werden können. In Russland, wo das Geschäft der Oberpfälzer bislang kaum von der Krise beeinflusst worden war, erwartet das Unternehmen jetzt kräftigere Einbußen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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