Gewinn des Autobauers geht zurück
BMW verliert an Fahrt

Der Münchener Autobauer bleibt in der Oberklasse die Nummer eins. Dennoch geht es auch bei BMW nicht immer nur nach oben. Der Gewinn im dritten Quartal geht leicht zurück. Am Jahresende sollen trotzdem Bestwerte stehen.
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MünchenDas rasante Wachstum bei BMW bekommt einen kleinen Knick. Während im dritten Quartal zwar der Umsatz um 4,5 Prozent auf 19,6 Milliarden Euro zulegte, schrumpfte der Gewinn um 1,2 Prozent auf 1,32 Milliarden Euro.

Der Autohersteller erklärte den Gewinnrückgang am Dienstag mit einer höheren Steuerlast. Aber auch vor Steuern stieg der Gewinn nur noch leicht um 1,2 Prozent auf 2,01 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem Vorsteuergewinn von 2,02 Milliarden Euro gerechnet.

Dennoch verteidigen die Münchner souverän ihre Spitzenposition in der Oberklasse. Der Absatz der Marke BMW kletterte um 6,9 Prozent auf 433.145 Fahrzeuge. BMW liegt damit weiter vor der Konkurrenz von Audi und Daimler.

In der Kernsparte Automobile schnitt BMW etwas besser ab als erwartet - und auch besser als die Konkurrenz in der Oberklasse. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte hier dank kräftig gestiegener Verkaufszahlen um fast zehn Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro. BMW profitiert davon, dass teure Geländewagen und große Modelle besonders gefragt sind. Die Nachfrage nach dem mit hohem Aufwand gestarteten Elektro-Flitzer i3 geriet dagegen ins Stocken.

Vor allem in Asien wächst der Münchner Autohersteller weiter kräftig: In den ersten neun Monaten kletterten die Auslieferungen dort um 14,2 Prozent, während das Wachstum in Europa weiter schwächelt. Für das Gesamtjahr 2014 bekräftigte Vorstandschef Norbert Reithofer die Prognose, wonach der Konzern neue Bestwerte bei Absatz und Vorsteuergewinn erzielen will.

Je nach wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen könne die Bandbreite über- oder unterschritten werden, hieß es. BMW hatte bereits angekündigt, dass sich die Rendite im zweiten Halbjahr abschwächen werde. Die gesamte Autobranche betrachtet Krisenherde wie die Ukraine oder den Nahen Osten mit wachsender Sorge.

Auch wenn die deutschen Hersteller dort nicht allzu viele Fahrzeuge verkaufen, geht von diesen Regionen Verunsicherung aus. Und verunsicherte Kunden zögern beim Autokauf. In Europa droht zudem die gerade erst in Schwung gekommene Erholung schon wieder abzuflauen.

Die deutschen Oberklasse-Hersteller können Probleme in Europa umschiffen, weil ihre teuren Limousinen und Geländewagen vor allem in China und den USA, den beiden weltgrößten Absatzmärkten, nach wie vor beliebt sind.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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