Gewinn pro Aktie wird niedriger ausfallen
Unilever senkt die Gewinnerwartungen

Der britisch-niederländische Konsumgüter-Konzern Unilever hat am Montag seine Gewinnaussichten für 2004 reduziert, nachdem der Handel in den Monaten Juli und August unter den Erwartungen gelegen hatte.

HB LONDON. Am Vormittag fielen Unilever-Aktien in Amsterdam um mehr als vier Prozent auf 47,75 €. „Wir erwarten jetzt eine Entwicklung bei den führenden Marken im dritten Quartal unter dem, was wir im zweiten Quartal gesehen haben“, erklärte Unilever. Die Rohertragsmarge werde im Quartal unter dem Vorjahreswert liegen. Auch der Gewinn pro Aktie werde im dritten Quartal niedriger sein als im selbem Vorjahreszeitraum.

Unilever nannte als Begründung für die reduzierte Erwartung vor allem geringere Verkäufe von Eiskrem und Eistee als Folge der schlechten Witterung im Juli und August in Nordeuropa sowie die unzureichende Marktentwicklung bei Produkten für die Haushaltsreinigung und Körperpflege in West-Europa. Zudem halte die scharfe Konkurrenz bei Waschmitteln und Haarpflegeartikeln auf einigen asiatischen Märkten an. Bei den führenden Marken des Konzerns, die in erster Linie für Umsatz und Gewinn verantwortlich sind, werde die Entwicklung im dritten Quartal hinter der des zweiten Quartals zurückbleiben.

Zu den 400 Top-Marken des Unternehmens zählen unter anderem die Lebensmittelprodukte von Knorr, Lipton und Bertolli sowie im Kosmetikbereich Dove, Lux und Sunsilk. Im Februar hatte Unilever mit einem Strategiewechsel auf seine im Vorjahr verfehlten Umsatzziele reagiert. Das Unternehmen rückte von seinem ehrgeizigen Wachstumsprogramm ab und wollte sich künftig verstärkt auf eine Verbesserung der Rendite für die Aktionäre konzentrieren.

Zielstellung war ein Wachstum des Gewinns pro Aktie 2004 im unteren zweistelligen Prozentbereich. Jetzt erwartet Unilever nur noch ein Wachstum im „unteren einstelligen Bereich“. Analysten hatten bereits zuvor die ehrgeizigen Gewinnziele in Zweifel gezogen, nachdem bereits die Umsatzzahlen im zweiten Quartal enttäuschend ausgefallen waren. Als eine Ursache für die schlechten Umsatzzahlen gab Unilever den niedrigen Absatz von Eiskrem und Eistee wegen des schlechten Wetters zu Sommerbeginn in Nordeuropa an. Hinzu komme das geringe Verbrauchervertrauen und der Preiskrieg im Einzelhandel in Westeuropa.

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