Gewinneinbruch
Europa macht Stahlkonzern Arcelor Mittal zu schaffen

Arcelor Mittal liegt mit dem operativen Ergebnis über den Erwartungen. Der Stahlhersteller profitiert von guten Geschäften in den USA. Der Gewinn bricht allerdings ein. Und die Aussichten sind schlecht.
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BrüsselDer Gewinn aus einem Geschäftsverkauf haben dem weltgrößten Stahlhersteller Arcelor Mittal im abgelaufenen Quartal zu einem überraschend hohen Gewinn verholfen. Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) belief sich auf 2,45 Milliarden Dollar, wie das Management am Mittwoch mitteilte.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit 2,18 Milliarden gerechnet. Das Unternehmen profitierte von einem Geschäftsverkauf in den USA, der einen Gewinn von 339 Millionen Dollar brachte. Damit konnte der Konzern auch seine Nettoschulden im zweiten Quartal reduzieren. Die Marktbedingungen seien härter gewesen als erwartet. Für das zweite Halbjahr sei nicht mit großen Änderungen zu rechnen.

Die Wirtschaftskrise in Teilen Europas macht dem weltgrößten Stahlhersteller aber schwer zu schaffen. Denn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum brach das Ebitda um fast 30 Prozent zurück. Unter dem Strich blieben 959 Millionen Dollar übrig, fast 40 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Umsatz sackte um gut zehn Prozent auf 22,5 Milliarden Dollar ab. Die Aussichten bleiben mies. Für das zweite Halbjahr erwartet der Konzern einen weiter sinkenden Absatz.

Arcelor Mittal litt im zweiten Quartal besonders unter der schwachen Nachfrage in Europa und dem heftigen Preisdruck. Die Bemühungen, die Produktion zu drosseln und so den Preisverfall zu stoppen, waren bislang erfolglos. Sieben von 25 Hochöfen in Europa hat der Konzern derzeit abgeschaltet, darunter auch einen im brandenburgischen Eisenhüttenstadt. Dennoch schrieb die europäische Stahlsparte rote Zahlen, während das US-Geschäft trotz Rückgängen noch gute Gewinne machte.

Im Rohstoffgeschäft musste Arcelor Mittal ebenfalls Gewinnrückgänge hinnehmen. Der Konzern baut seine eigene Förderungen massiv aus, um sich von Preissteigerungen unabhängiger zu machen. Wegen der unsicheren Lage der Weltwirtschaft sind die Rohstoffpreise zuletzt allerdings auch unter Druck geraten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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