Gewinnsprung im Quartal
Qiagen sieht Spielraum für weitere Zukäufe

Das Biotechunternehmen Qiagen hat im zweiten Quartal dank eines starken Geschäfts in Asien und neuer Produkte seinen Gewinn gesteigert und seine Umsatzprognose übertroffen. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Hersteller von Analysezubehör für die Genom- und Proteinforschung seine Geschäftsziele.

HB FRANKFURT. Der Umsatz habe von April bis Juni um 13 Prozent auf gut 113 Mill. Dollar zugelegt, teilte die niederländische Firma am Montag nach Börsenschluss mit. Damit schnitt Qiagen noch einen Tick besser ab als von Analysten erwartet. Qiagen selbst hatte 108 bis 111 Mill. in Aussicht gestellt. Der Betriebsgewinn vor Sonderposten - wie etwa Akquisitions- und Restrukturierungskosten - kletterte um 14,7 Prozent auf rund 29 Mill. Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 0,13 (Vorjahreszeitraum: 0,11) Dollar am oberen Rande der Prognosen des Unternehmens. Nach Sonderposten lag der Gewinn unverändert bei 0,09 Dollar je Anteilsschein.

„Es war ein sehr gutes operatives Quartal für uns“, sagte Qiagen-Vorstandschef Peer Schatz. Im ersten Halbjahr habe Qiagen alleine 39 neue Produkte auf den Markt gebracht, die im zweiten Quartal mit vier bis fünf Prozent zum Umsatz beigetragen hätten. Dank einer starken Nachfrage aus China sei der Konzern vor allem in Asien stark gewachsen, wo die Erlöse um rund 30 Prozent gestiegen seien. Auch das Geschäft in Japan, ein Sorgenkind des vergangenen Jahres, stabilisiere sich von Quartal zu Quartal, sagte Finanzvorstand Roland Sackers. „Unser neues Vertriebsnetz in Asien ist zwar noch im Aufbau begriffen, zeigt aber schon gute Erfolge“, sagte Schatz. In Nordamerika und Europa, wo Qiagen je 45 Prozent seines Gesamtumsatzes erzielt, fiel das Wachstum mit neun beziehungsweise 14 Prozent etwas schwächer aus.

Für 2006 erwartet Qiagen unverändert einen Umsatzanstieg auf 453 bis 462 Mill. Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie soll sich auf 0,52 bis 0,56 Dollar erhöhen. „Wir sehen uns sehr gut im Plan, unsere Jahresziele zu erreichen“, sagte Schatz. Mit der Entwicklung der Nachfrage sei Qiagen sehr zufrieden. Aber auch Zukäufe sollen weiter zum Wachstum beitragen, bekräftigte der Vorstandschef. „Wir sehen Akquisitionen weiter ganz klar als einen Teil unserer Wachstumsstrategie.“ Seit dem zweiten Quartal 2005 habe Qiagen zehn Übernahmen getätigt und dafür insgesamt 150 Mill. Euro ausgegeben. Bei den meisten dieser Zukäufe sei die Integration in das bestehende Geschäft bereits abgeschlossen. Bei den übrigen drei bis vier - darunter die im Mai übernommene US-Gentechnikfirma Gentra - soll die Eingliederung bis Jahresende abgeschlossen sein.

Bislang hat Qiagen im Schnitt das 2,7fache des Umsatzes für Akquisitionen gezahlt. Schatz schloss aber auch größere Zukäufe nicht aus. „Wir haben eine halbe Milliarde Dollar an Liquidität und eine starke Bilanz und können uns damit auch deutlich größere Objekte angucken.“ Ein Drittel des Wachstums soll auch in Zukunft aus Akquisitionen kommen. „Das ist eine Rate, die man gut integrieren kann.“ Unter anderem zur Finanzierung von Zukäufen hatte Qiagen im Mai eine Wandelanleihe über 300 Mill. Dollar begeben. Damit sieht sich der Konzern vorerst gut finanziert - weitere Kapitalmaßnahmen seien derzeit nicht geplant, sagte Schatz.

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