Gewinnsteigerung
Gasekonzern Linde peilt Rekordjahr an

Der Konjunkturaufschwung sorgt auch beim Industriegasekonzern Linde für volle Auftragsbücher: Das Unternehmen unter Vorstandschef Wolfgang Reitzle steigerte im dreitten Quartal Gewinn und Umsatz deutlich. 2010 soll ein Rekordjahr werden.
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HB MÜNCHEN. Der Industriegasekonzern Linde steuert nach einem starken Sommerquartal ein Rekordjahr an. Angetrieben von kräftiger Nachfrage aus den asiatischen Schwellenländern und der weltweiten konjunkturellen Erholung kletterte der operative Gewinn im dritten Quartal um 17,6 Prozent auf 749 Mio. Euro, wie das Münchener Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Damit lag Linde etwas über den Schätzungen der Analysten. Zu der Gewinnsteigerung trug auch ein Effizienzprogramm bei, mit dem Vorstandschef Wolfgang Reitzle bis 2012 Einsparungen von 650 bis 800 Mio. Euro erzielen will. An der Börse gab die Linde-Aktie kurz nach Handelsbeginn ein Prozent nach und zählte damit zu den größten Verlierern im Leitindex Dax.

„Wir haben die konjunkturelle Belebung genutzt und zudem unsere Ertragskraft weiter gestärkt“, erklärte Reitzle. Wie bisher geplant will Linde im Gesamtjahr 2010 bei Umsatz und operativem Gewinn zulegen. „Wir sind überzeugt, das operative Konzernergebnis überproportional zu verbessern und den Wert aus dem Rekordjahr 2008 zu übertreffen“, gab sich Reitzle zuversichtlich. Im bisher besten Jahr von Linde hatte ein Ergebnis von 2,56 Mrd. Euro in den Büchern gestanden.

Im Gasegeschäft sollen nun in diesem Jahr die Bestmarken aus dem Jahr 2008 nicht nur beim operativem Ergebnis sondern auch beim Umsatz übertroffen werden. Bisher hatte Linde dies nur für den operativen Gewinn in Aussicht gestellt. In der kleineren Anlagenbausparte peilt Reitzle dieses Jahr eine operative Rendite von mindestens zehn Prozent an. Nach den ersten neun Monaten warf das Geschäft bereits eine Marge von elf Prozent ab.

Linde setzte in den Monaten Juli bis September im Konzern 3,3 Mrd. Euro um - ein Plus von 16,4 Prozent. Der Konzernüberschuss nach Minderheitsanteilen erhöhte sich um 49,7 Prozent auf 253 Mio. Euro.

Großakquisitionen hat Linde derweil momentan nicht auf dem Radarschirm. „Wir kaufen kleine und mittelgroße Sachen. Das ist unsere Strategie“, sagte Reitzle. Die bislang größte Akquisition von Linde war 2006 die Übernahme des britischen Gasekonkurrenten BOC, womit der Konzern vor allem sein Asiengeschäft kräftig ausbaute.

Mit seinen Zahlen zum dritten Quartal unterstreicht Linde den positiven Trend in der Industriegasebranche, die die Wirtschaftskrise des vergangenen Jahres überraschend gut weggesteckt hat. Dabei zahlt sich bei den Münchenern aus, dass sie mit der Übernahme des britischen Gasespezialisten BOC im Jahr 2006 ihr Asiengeschäft kräftig ausgebaut haben. Auch der französische Industriegase-Branchenprimus Air Liquide profitierte im abgelaufenen Quartal von guten Geschäften in den Schwellenländern.

Aus den USA gab es zuletzt von den Unternehmen ebenfalls positive Meldungen. So steigerte Air Products den Gewinn im abgelaufenen Quartal kräftiger als Analysten erwartet hatten. Auch beim US-Konkurrenten Praxair nahm der Gewinn im Sommerquartal zu.

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