Glänzende Geschäfte
Parfümriese Coty geht auf Einkaufstour

Bernd Beetz, Chef des weltgrößten Duftherstellers, setzt bei Parfüms gerne auf Celebrities. Nun will der Manager in Asien zukaufen - und außerdem künftig mehr auf Pflege und Kosmetik setzen. Auch dabei könnte prominente Unterstützung hilfreich sein.
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HAMBURG. Vor dem Parfümerieladen Douglas in der Hamburger Innenstadt stehen die Fans Schlange. "Halle Berry kommt gleich", schallt es via Megafon. Die vielen Hundert Autogrammjäger antworten mit Gebrüll. Der glamouröse US-Star ist in der Stadt, um seinen neuesten Duft "Reveal" zu präsentieren - und um den Umsätzen des weltgrößten Duftherstellers Coty, der das Parfüm herstellt, in Deutschland Glanz zu verleihen. Und tatsächlich brilliert das Geschäft des US-Konzerns mehr denn je. Zumindest in Europa und Nordamerika, wo der Konzern noch 70 Prozent seiner Umsätze macht.

Nach dem Einbruch durch die Wirtschaftskrise habe Coty seit dem zweiten Halbjahr 2009 wieder zweistellig im Umsatz und sehr stark im Ergebnis zugelegt, sagte Bernd Beetz. "Coty ist voll zurück auf Wachstumskurs." Zu dem rasanten Aufschwung, so Beetz, trage nicht zuletzt das Geschäft mit den Celebrity-Parfüms bei. Die Kategorie hat Coty in den vergangenen zehn Jahren etwa durch Zusammenarbeit mit dem Promi-Ehepaar David und Victoria Beckham groß gemacht.

Marktbeobachter bescheinigen der Sparte zwar regelmäßig, sich überlebt zu haben. Aber Beetz sieht das anders. Die Kategorie soll mit rund 750 Mio. Dollar auch weiterhin ein Viertel zur Duftsparte Cotys beisteuern. "Das ist ein Träger, der nach wie vor für uns gut funktioniert", versichert der Konzernchef.

Das 1904 gegründete Duftunternehmen Coty gehört seit 1992 zur Holding der deutschen Milliardärsfamilie Reimann. Mit Düften wie Davidoff, Jennifer Lopez und Esprit deckt der Konzern heute ein breites Preisspektrum ab und kam dadurch glimpflicher durch die Wirtschaftskrise als manch ein Konkurrent. Dennoch sanken die Umsätze nach Jahren kontinuierlichen Wachstums von 4 Mrd. Dollar im Rekordjahr 2007/08 auf 3,5 Mrd. Dollar im Jahr danach. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 stiegen die Erlöse wieder auf knapp unter 4 Mrd. Dollar.

Die Geschäftsentwicklung macht Konzernchef Beetz zuversichtlich, den strategischen Wachstumsplan des Unternehmens erfüllen zu können. "Wir wollen bis 2015 unsere Umsätze verdoppeln", kündigte der Manager an. Jährlich legt Coty rund 10 Prozent zu. Etwa die Hälfte davon entfällt auf organisches Wachstum. Zur Höhe des Gewinns äußert sich Coty nicht.

Beetz heuerte vor neun Jahren als Chef von Coty an. Damals setzte das Unternehmen 1,4 Mrd. Dollar um. Den Wechsel von Paris nach New York vollzog er allerdings nur widerwillig. "Ich wollte ungern weg", sagt Beetz. Nach zwei Jahrzehnten beim Konsumgüterriesen Procter & Gamble hatte Beetz genug von Waschmitteln und Babywindeln, stieg ins Luxusgeschäft ein und führte beim französischen Konzern LVMH die Duftsparte der Edelmarke Dior zum Erfolg. "Es war kein idealer Zeitpunkt um zu gehen", sagt Beetz. Schließlich jedoch lockte ihn die Herausforderung "ein Unternehmen völlig neu aufzuziehen", wie er es nennt.

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