GM-Veteran
Bob Lutz soll Opel-Chefaufseher werden

Die Personalie ist pikant: Der 77-jährige Bob Lutz ist für den Niedergang von General Motors (GM) als Entwicklungschef mitverantwortlich. Jetzt setzt der US-Autobauer den altgedienten Manager an die Opel-Aufsichtsratsspitze, wie es in einem Medienbericht heißt. In Rüsselsheim dürfte der Wechsel als weiterer Affront gewertet werden.
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ebe/mz/HB HAMBURG. General Motors will seine europäische Tochter Opel unter die Kontrolle des US-Managers und GM-Mann Bob Lutz Aufsichtsratschef bei dem Autobauer werden. Das berichtet das Magazain "Der Spiegel" ohne Nennung von Quellen.

Unterdessen bestätigte GM Medienberichte, wonach Noch-Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster das Unternehmen verlässt. Forster, der auch Chef der Europa-Aktivitäten von GM ist, hatte sich für einen Verkauf von Opel an Magna eingesetzt und war nach eigenen Aussagen von der Entscheidung der Detroiter Konzernzentrale, Opel nun doch zu behalten, überrascht worden.

GM werde sofort extern auf die Suche nach einem neuen Chef für Opel Europa gehen, kündigte der gerade der Insolvenz entronnene, ehemals größte Autobauer der Welt an. GM werde dabei mit dem Opel-Management und den Betriebsräten zusammenarbeiten. Ziel sei eine starke und nachhaltige Zukunft der Marken Opel und Vauxhall. „Wir erwarten, dass unsere Vorschläge für die Zukunft von Opel und Vauxhall kommende Woche fertig sind“, erklärte GM-Chef Fritz Henderson. Derzeit gebe es keine Überlegungen, weitere Änderungen im Opel-Management vorzunehmen, fügte Henderson hinzu.

Henderson und Nick Reilly, der Forster zunächst ersetzen soll, wollen dem Vernehmen nach am Sonntag nach Deutschland reisen, um das Feintuning des Sanierungsplans zu übernehmen und das Opel-Management auf Linie zu bringen. Wenn der Plan fertig sei, werden Henderson & Co. bei Regierungen der beteiligten Länder (Deutschland, Großbritannien, Spanien) vorsprechen und Staatshilfen anfragen. Das "Wall Street Journal" berichtet, Reilly könne womöglich nur ein Übergangskandidat für GM Europe sein, weil er bisher das komplette internationale Geschäft von GM leitet.

Die vier Bundesländer mit Opel-Standorten entschlossen sich am Freitag auch zu einem demonstrativen Paukenschlag. Der Ländervertreter in der Opel-Treuhand, Dirk Pfeil, muss demnach das Gremium verlassen. Grund sei ein kompletter Vertrauensverlust, heißt es in Medienberichten. Pfeil habe sich abfällig über das Verhalten von Politikern in den Verhandlungen zum Opel-Verkauf geäußert. Sein Nachfolger solle der nordrhein-westfälische Wirtschaftsstaatssekretär Jens Baganz (CDU) werden.

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  • @ aruba
    Passend zu obiger Nachricht läuft in RTLii der Film "Die Mumie kehrt zurück".
    Ein Topmanager eines Autokonzerns der in einem Alter steht, in dem Gleichaltrigen allmählich die Führerscheine weggenommen werden, sollte sich aufs Altenteil zurückziehen. GM muss ziemlich verzweifelt sein.

  • bob Lutz: der grösste Hohlbläser der Automobilindustrie. Und dazu ist er auch noch ein arroganter Sack.

  • Guten Tag, .... da die Meisten zu der Zeit von der ich rede noch im Kinderwagen fuhren. bob Lutz ( noch ein Schweizer ) war mal fuer den bMW 2002 Tii verantwortlich. Voll in der Spritkrise. Aber er hat ein Herz fuer Autos und das haben alle jungen Klugscheisser nicht. Er weiss noch wie V8 Motoren klingen, er hat blattfedern und Starrachsen erlebt. Er hat 2 Jagdflieger zu Hause und weiss was alles in Detroit stand ehe Jungmanager vom 3 Liter- auto faselten. bei Daimler sassen auch Leute die ins Hirn geschi....n hatten, von der Welt-AG laberten und Fokker ruinierten. bob war und ist ein echter Manager. besten Dank

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