Goleo war wohl nur vorgeschoben
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Nici-Chef

Nicht der Misserfolg mit dem WM-Maskottchen Goleo ist offenbar für die Insolvenz des Plüschtier-Herstellers Nici verantwortlich, sondern Betrug. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen Vorstandschef und Firmengründer Ottmar Pfaff. Von Luftbuchungen ist die Rede.

HB MÜNCHEN/FRANKFURT. Der Leitende Oberstaatsanwalt in Hof, Gerhard Schmitt, bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der „Süddeutsche Zeitung“. Bei Durchsuchungen von sechs Objekten im süddeutschen Raum sei am Donnerstag Beweismaterial sichergestellt worden, sagte Schmitt. Es seien „erhebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten festgestellt worden“.

Die Nici AG hatte am Dienstag einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Coburg eingereicht. Als Grund für seine Zahlungsschwierigkeiten hatte die Geschäftsführung zunächst den schleppenden Absatz des WM-Maskottchens Goleo angeführt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé berichtete am Donnerstag jedoch von Unregelmäßigkeiten in der Bilanz.

Staatsanwaltschaft und Insolvenzverwalter prüfen offenbar, ob das Unternehmen den Banken zweistellige Millionenumsätze nur vorgespiegelt hat. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ weiter berichtet, sollen Wirtschaftsprüfer zahlreiche Scheinrechnungen und manipulierte Lieferscheine gefunden haben. Diese fingierten Forderungen seien an Factoring-Gesellschaften der Banken verkauft worden, hieß es in den Kreisen, die die Zeitung zitierte.

Auch Insolvenzverwalter Jaffé will den Geldzu- und abfluss von Nici in einer Sonderprüfung unter die Lupe nehmen. Dabei würden auch Buchungen aus den Jahren 2004 und 2005 geprüft werden. Ein Ergebnis der Prüfung sei erst in einigen Wochen zu erwarten, erklärte der Münchner Rechtsanwalt.

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