Großbritannien
Eon investiert in Erneuerbare statt in Atomkraftwerke

Eon und RWE haben ihre Atompläne in Großbritannien gestoppt. Das Gemeinschaftsunternehmen soll verkauft werden. Eon-Chef Johannes Teyssen kündigt stattdessen Investitionen in erneuerbare Energien an.
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DüsseldorfEon will in Großbritannien statt in Kernkraftwerke in grüne Technologien investieren. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Investitionen in Erneuerbare, dezentrale Erzeugung und Energieeffizienz attraktiver sind - für uns ebenso wie für unsere britischen Kunden“, sagte Vorstandschef Johannes Teyssen im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Der Konzern hatte zuvor bekannt gegeben, das gemeinsam mit RWE betriebene Joint Venture Horizon Nuclear Power, das in Großbritannien den Neubau von vier bis sechs Kernkraftwerken plante, aufzugeben und zum Verkauf zu stellen.

Bei der Entscheidung in Großbritannien sei es nicht um die Frage gegangen, ob sich die Investitionen in neue Kernkraftwerke am Ende rechnen, sagte Teyssen. Das dürfte sogar weiterhin der Fall sein und deswegen setzten Eon und RWE ja auch darauf, dass ein neuer Eigentümer das Projekt fortsetzt. Eon habe aber für sich befunden, dass der Konzern die für Großbritannien zur Verfügung stehenden Investitionsmittel sinnvoller einsetzen kann. „Es ist weiterhin attraktiv - nur nicht für uns“, sagte Teyssen.

Den Atomausstieg in Deutschland akzeptiert der Eon-Chef inzwischen. „Deutschland hat sich mit einer klaren Mehrheit für diesen Weg entschieden. Das müssen wir akzeptieren“, sagte Teyssen. „Ich bleibe aber dabei, dass wir so eine Entscheidung nicht umsonst bekommen.“

RWE hatte zuvor angekündigt, aus dem gemeinsamen Joint Venture Horizon auszusteigen. Als Grund für den Verzicht verwies der Konzern unter anderem auf die hohen Kosten. „Ziel ist es nun, einen Käufer für Horizon Nuclear Power zu finden.“ Eon und RWE hatten vor einigen Jahren das Joint Venture mit dem Namen Horizon gegründet, um in Großbritannien bis 2025 neue Kernkraftwerke mit einer Leistung von rund 6.000 Megawatt zu errichten. Hierzu planten sie Investitionen im zweistelliger Milliardenhöhe.
(mit Material von Reuters)

Kommentare zu " Großbritannien: Eon investiert in Erneuerbare statt in Atomkraftwerke"

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  • Ach, das kann man doch vergessen, die paar Leute, die sich für Steuergelder verstrahlen lassen müssen, tse. Irgendein Salzstock wirds schon sein, egal wer drüber wohnt und egal ob spielende Kinder noch alte "Bomben" finden. Genauso die Opfer exzessiven Landbaus und Fleischporduktion. Wen kümmern denn die paar EHEC-Opfer oder die hormonverseuchten Menschen, bei denen kein Antibiotikum mehr hilft.
    Dieser Zynismus geht doch quer durch die Reihen, Hauptsache das gemeine Volk läßt sich mit Geschmacksstoffen ruhigstellen und arbeitet brav, statt echte Erdbeeren essen zu wollen.
    Naja, die sind dann aber wenigstens nicht verstrahlt, sollte doch mal, wider Erwarten, so ein französisches Atomkraftwerk kaputt gehen.
    Hätte man die Kohle für die Forschung für Selbstversorgung von Strom gesteckt, statt in Wahrheit nicht beherrschbare Technologien, hätten weite Teile der Bevölkerung Strom zum Selbstkostenpreis, und unabhängig von Aktionären.
    Aber um Gottes Willen, dann wäre der Mensch ja unabhängiger, wo kämen wir denn da hin.
    Und - ich bin der festen Überzeugung, es wurden viele Patente und Ideen aufgekauft, mit denen man solche Techniken schnell und effizient bauen könnte.
    Österreich, Skandinavien sind Beispiele wie man gut ohne Atomstrom auskommen kann, wenn man denn gewollt hätte.
    Es ist auch hier die Frage wo die Prioritäten liegen.

  • Geben Sie doch endlich mal Antwort darauf wo der Atommüll verbuddelt werden soll und wer das Bezahlt,inklusive des Rückbaus der AKWs,die irgendwann zurückgebaut werden müssen,auch ohne Energiewende.Und mit wieviel Milliarden die Atomwirtschaft in ihrer Lebenszeit gesponsert wurde und warum der Strompreis die ganzen Jahre schon unaufhaltsam stieg,auch ohne Atomausstieg.Klar Sie werden es wieder Komplett den paar EEGs zuschreiben.Der letzte Winter hat doch schon gezeigt,wie dumm z.B.die Franzosen mit ihren scheiß AKWs dastanden.Leuten wie ihnen müßte man echt den Morgenkaffee mit Kühlwasser aus dem Abklingbecken kochen.

  • Vandale .. Korrektur..Die Brennstoffkosten betragen ca. 0,5c/kWh Nuklear, 1c/kWh Braunkohle, 2c/kWh Steinkohle.
    Ich bitte um Nachsicht wegen des Schreibfehlers.

    Einen weiteren Punkt den ich nicht berücksichtigt habe ist dass Windmühlen im Schnitt lediglich 15% ihrer Nennleistung liefern. Dies erfordert bei 100% Windeinspeisung um den Faktor 6 überdimensionierte Uebertragungsnetze. Konsequenz sind Investitionen in die Netze. Die konkreten Mehrkosten lassen sich jedoch in einem Netz mit gemischter Einspeisung kaum rechnen.

    Vandale

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