Große Konzerne profitieren
Stromnetzentgelte steigen kräftig

Nach den kräftigen Einschnitten der vergangenen Jahre billigt die Bundesnetzagentur den großen Stromkonzernen wieder deutlich höhere Erlöse für ihre Höchstspannungsleitungen zu.

DÜSSELDORF. Die vier Übertragungsnetzbetreiber Eon, RWE, Vattenfall Europe und Energie Baden-Württemberg (EnBW) haben jetzt die Bescheide für 2009 erhalten - in allen Fällen dürfen sie höhere Kosten geltend machen als zuletzt, wie eine Sprecherin der Behörde gestern bestätigte. Im Schnitt steigen die zulässigen Erlöse um deutlich mehr als zehn Prozent, in einem Fall sogar um 30 Prozent.

In den vergangenen drei Jahren hatte die Bundesnetzagentur die Entgelte, die die Netzbetreiber Konkurrenten und ihren eigenen Vertriebsgesellschaften für die Nutzung der Leitungen in Rechnung stellen dürfen, noch regelmäßig und kräftig gesenkt. Vor allem neue Wettbewerber hatten dies eingefordert, weil sie den etablierten Versorgern vorwarfen, mit überhöhten Gebühren ihren Vertrieb zu subventionieren und die neue Konkurrenz abzuwehren. Auch die Stromkunden hatten die harte Haltung der Bundesnetzagentur begrüßt, schließlich machen die Netzkosten rund ein Drittel des Strompreises für Haushalte aus. Allerdings sind darin auch die knapp 900 regionalen Verteilnetze enthalten.

Besonders üppig fällt der Zuschlag bei Eon aus. Deutschlands größtem Energiekonzern wurden 30 Prozent höhere Kosten zugebilligt als noch vor einem Jahr. Die Erlöse im Netzgeschäft dürften damit um mehrere hundert Mio. Euro steigen. Bei Vattenfall Europe sind es 14 Prozent mehr, bei der EnBW 13 Prozent und bei RWE zwischen neun und 16 Prozent, je nachdem wo ein Kunde Strom einspeist und wieviel er durch die Leitungen transportiert.

Die Bundesnetzagentur begründet die Anhebung unter anderem mit höheren Ausgaben der Unternehmen für die Aufnahme der stetig steigenden Mengen an erneuerbarer Energie in ihre Netze. Weil etwa die Einspeisung von Windkraft abhängig von der Witterung stark schwankt, müssen die Netzbetreiber teure Energie vorhalten, um das Netz zu stabilisieren. Im vergangenen Sommer hatte die Behörde zudem auf Druck der Branche einen höheren Zinssatz zugebilligt, mit dem sie ihr Kapital verzinsen darf.

Der Bundesverband neuer Energieanbieter (BNE) kritisierte den Trend scharf. Die Entscheidung, den Zinssatz anzuheben, sei fatal gewesen, sagte eine Sprecherin. Die Versorger sollten die höheren Einnahmen jetzt aber wenigstens nützen, um die Leitungen auszubauen.

Seite 1:

Stromnetzentgelte steigen kräftig

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%