Guten Aussichten für die Zukunft
Deutsche Autohersteller drängen nach Indien

Die deutschen Autobauer nehmen Indien ins Visier. Am Donnerstag eröffnete BMW-Chef Norbert Reithofer die erste Fabrik des Münchener Konzerns in Chennai im Süden des Landes. Und BMW ist nicht der einzige deutsche Autohersteller, der das Geschäft in Indien ausbaut.

CHENNAI. „Wir müssen vor Ort vertreten sein. Nur dann können wir am Marktwachstum teilnehmen“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer. Mit 20 Mill. Euro investieren die Bayern zwar noch vergleichsweise wenig in Indien. Doch wenn es gelänge, genügend Autos zu verkaufen, werde BMW in den nächsten Jahren ein größeres Werk bauen, kündigte Reithofer an.

BMW ist nicht der einzige deutsche Autohersteller, der das Geschäft in Indien ausbaut. Rivale Daimler-Chrysler ist dabei, eine eigene Mercedes-Fertigung zu errichten. Dazu gibt es bereits eine Absichtserklärung. „Wir sind auf gutem Weg“, sagte eine Mercedes-Sprecherin. Die Produktion in der Fabrik soll spätestens in zwei Jahren beginnen. Auch Audi, die Premium-Tochter von VW, plant ein Werk und baut eine eigene Handelsorganisation auf. „Wir sehen dort langfristig einen Markt wie in China“, sagte Audi-Vertriebsvorstand Ralph Weyler.

Indien spielt bislang, im Gegensatz zu China, für die drei großen deutschen Nobelmarken fast keine Rolle. So hat BMW in Indien vergangenes Jahr nur rund 260 Fahrzeuge verkauft, Mercedes 2 500. Mercedes produziert bereits vor Ort in einem gemieteten Werk. Damit entfallen die hohen Zölle und Abgaben, die Audi und BMW beim Import zahlen müssen und die den Preis der Autos mehr als verdoppeln. Der japanische Wettbewerber Toyota mit seiner Premiummarke Lexus ist in Indien fast nicht präsent.

Dass die deutschen Autoproduzenten trotz der geringen Stückzahlen nach Indien drängen, liegt an den guten Aussichten für die Zukunft. Nach Berechnungen der Analysten von Standard & Poor’s hat der indische Automarkt vergangenes Jahr um 16 Prozent zugelegt. Damit gehört das Land zu den am schnellsten wachsenden Absatzmärkten der Welt.

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