Halbjahres-Verkäufe
VW muss Sonderschichten fahren

Bei Volkswagen läuft es derzeit rund. Zum ersten Mal in einem Halbjahr hat der Wolfsburger Konzern weltweit mehr als 3 Millionen Fahrzeuge verkauft. Während Europas größter Autobauer rund um den Globus zulegt, muss er in Deutschland ein Minus verkraften. Die Schuld für den Schönheitsfehler liegt aber außerhalb des Konzerns.

HB WOLFSBURG. Das Plus habe 7,8 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum betragen, teilte Volkswagen am Donnerstag in Wolfsburg mit. Der Konzern setzte damit weltweit 3,09 Mill. Wagen ab. Im größten Einzelmarkt Deutschland gingen die Auslieferungen jedoch um 3,7 Prozent auf 515 000 zurück. VW ist mit diesem Minus jedoch nicht alleine im Markt. Viele Deutsche hatten Ende vergangenen Jahres noch schnell einen Wagen gekauft, um der Mehrwertsteuererhöhung zu entgehen. Entsprechend sanken die Verkäufe Anfang diesen Jahres branchenweit.

Allerdings hat Volkswagen das Minus in der Heimat durch einen gleich hohen prozentualen Anstieg in Europa auf 1,86 Mill. Fahrzeuge mehr als wettgemacht. Den höchsten Anstieg registrierte der Konzern in Südamerika. Dort entschieden sich fast 28 Prozent mehr für die Fahrzeuge von Volkswagen. Allein in Brasilien erhöhten sich die Verkäufe um knapp 29 Prozent. Deutlich geringer war das Wachstum in Nordamerika mit 3,1 Prozent, auf dem wichtigen US-Markt belief sich das Plus auf 2,8 Prozent. Die Region Asien/Pazifik verzeichnete ein Plus von 20,9 Prozent auf 502 000 Einheiten; die höchste Steigerungsrate wies China mit einem Plus von 24,6 Prozent auf.

Wegen der guten Verkäufe muss VW sogar Sonderschichten in seinen Werken fahren. So wird im Stammwerk Wolfsburg sogar in den Werksferien gearbeitet. An Wochenenden werkeln die VW-ler schon seit einiger Zeit, um speziell die Nachfrage nach dem Golf befriedigen zu können.

Die Kernmarke VW lieferte weltweit 1,8 Mill. Fahrzeuge aus, 7,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die Premiummarke Audi weist für das erste Halbjahr sogar einen Zuwachs von 9,8 Prozent auf 509 000 Einheiten aus. Die tschechische Tochter Skoda hatte, wie ebenfalls bekannt, beim Verkauf um 13 Prozent auf 311 000 Pkw zugelegt. Die Nutzfahrzeugsparte steigerte die Auslieferungen um 8,4 Prozent auf 233 000 Fahrzeuge. Alleine die Tochter Seat musste ein Minus von 1,8 Prozent auf 222 000 Pkw vermelden; die Spanier haben seit Jahren Probleme und schreiben roten Zahlen. Bei den Luxusmarken Bentley und Lamborghini wurden Zuwachsraten von 18,8 Prozent auf gut 5 600 Pkw beziehungsweise 29,7 Prozent auf über 1 200 Fahrzeuge verzeichnet.

Der gestiegene Konzernabsatz sorgte nur für leichte Kursaufschläge. „Die Zahlen sind prima, aber genauso erwartet worden“, sagte ein Händler. Allerdings würden sie langfristig bullisch wirken, „da VW damit endlich aus dem Übernahmefokus zurück zur operativen Bewertung kommt“. Das Unternehmen beweise damit, dass der Aktienanstieg auch von operativen Ergebnissen untermauert werde. Zuletzt hatte der massive Einstieg des Sportwagenbauers Porsche bei dem Massenhersteller den Kurs hochschnellen lassen.

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