Harte Haltung von VW macht den Beschäftigten wenig Hoffnung auf ein erfreuliches Ergebnis
IG Metall erwartet keine Jubelstürme bei VW

Der Druck auf die Verhandlungsparteien im VW-Tarifstreit wird zunehmend höher. In der gestrigen fünften Gesprächsrunde gab es trotz leichter Annäherungen bis zum Abend kein Ergebnis. Nun wird die Gewerkschaft zu umfangreichen Warnstreiks aufrufen.

FRANKFURT. Das machte IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine bei einer Kundgebung vor mehreren tausend VW-Beschäftigten während einer Verhandlungspause deutlich. Doch Meine ließ gleichzeitig wachsende Kompromissbereitschaft erkennen: Man werde kein Ergebnis erzielen, das „Jubelstürme auslöst“, sagte er.

Weiterhin üben sich beide Seiten in Schuldzuweisungen. VW-Personalchef Peter Hartz hatte zwar im Vorfeld angekündigt, dass der Konzern den Arbeitnehmern beim Thema Arbeitsplatzsicherung entgegenkommt. Aber das Paket, das VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn mit nach Hannover brachte, war den Arbeitnehmern offensichtlich zu unkonkret. Hartz hatte eine Investitionsplanung für die einzelnen Standorte, inklusive der geplanten Produkte und der Zahl der Arbeitsplätze, versprochen. Dies war eine zentrale Forderung der Gewerkschaft.

Doch das Unternehmen knüpft eine Zusicherung weiterhin an die Bedingung, die Arbeitskosten an den Standorten deutlich zu senken. Bis 2011 will Hartz rund ein Drittel der Arbeitskosten oder umgerechnet zwei Mrd. Euro jährlich sparen. In der diesjährigen Tarifrunde hat er die Messlatte auf ein Einsparvolumen von rund einer Milliarde Euro gelegt.

Zudem will VW die Beschäftigungssicherung nicht im Tarifvertrag festschreiben. Stattdessen bietet Hartz eine Art Selbstverpflichtung des Unternehmens an, eine Art „politischen Vertrag“, wie er sie in einem Interview nannte.

Trotz der konträren Positionen sind die Töne im Vorfeld der fünften Gesprächsrunde auf beiden Seiten moderater geworden. Der VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Volkert hatte vor Arbeitnehmern in Wolfsburg betont, dass „ein Konflikt bis auf Messers Schneide niemandem nützt, aber allen schadet“. Sein Stellvertreter Bernd Osterloh rechnet jenseits von Warnstreiks nicht mit einem Streik: „Beide Seiten werden so viel Vernunft aufbringen, einen akzeptablen Abschluss zu finden. Ich gehe nicht davon aus, dass es zur Urabstimmung kommen wird.“ Allerdings betonten beide Betriebsräte auch, dass sie nicht hinnehmen werden, dass „aus dem Tarifvertrag eine Kapitulationsurkunde gemacht wird“.

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