Hauptversammlung
Bei IWKA kehrt wieder Friede ein

Der zuletzt in die roten Zahlen gerutschte Anlagenbauer IWKA wird nach eigenen Angaben schon bald wieder Gewinne erwirtschaften. Der Konzernumbau soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Der streitbare Großaktionär Guy Wyser-Pratte ist zufrieden – beinahe.

HB KARLSRUHE. Das vergangenes Jahr neu angetretene Management um Wolfgang-Dietrich Hein habe den lang erwarteten Konzernumbau eingeleitet, sagte ein Sprecher des New Yorker Investors am Donnerstag auf der IWKA-Hauptversammlung in Karlsruhe. Wyser-Pratte, der 7 Prozent an IWKA hält, erwarte aber eine weitere Überprüfung des Beteiligungsportfolios, drängte der Sprecher. Positiv sei, dass die Vergütung des Vorstands künftig stärker von dessen Leistung abhängen soll.

Im vergangenen Jahr hatte Wyser-Pratte unmittelbar vor der Hauptversammlung den damaligen IWKA-Chef Hans Fahr zum Rücktritt gedrängt, nachdem er monatelang öffentlichkeitswirksam eine Änderung der Strategie gefordert hatte. Nachfolger Hein hat zwar wie verlangt verlustträchtige Randbereiche abgestoßen und will den Konzern auf die gewinnträchtige Robotertechnik konzentrieren, hält aber an der Verpackungstechnik fest. Doch Wyser-Pratte fordert auch deren Verkauf.

Wirtschaftlich geht es mit IWKA wieder aufwärts; auch soll bald wieder eine Dividende gezahlt werden. Im laufenden Jahr werde das Unternehmen seine Ertragslage deutlich verbessern, kündigte Vorstandschef Hein an. Zumindest operativ strebe IWKA die Rückkehr in die Gewinnzone an. Mittelfristig solle eine operative Umsatzrendite von 6 bis 7 Prozent abfallen. Sowohl 2005 als auch im ersten Quartal des laufenden Jahres hatte IWKA Verluste eingefahren.

Die Auftragseingänge hätten wieder zugelegt, sagte Hein. Hoffnung gebe dem Konzern die Automobilbranche, die voraussichtlich wieder mehr in Maschinen investieren werde. „Für den Einsatz von Robotern in der General Industry darf ein stabiles Wachstum erwartet werden“, sagte Hein. Die Verpackungssparte habe nach zwei schwachen Jahren erstmals wieder einen ausreichenden Auftragsbestand.

Das Unternehmen will auf das Geschäft mit Robotern, Automobilherstellungstechnik und Verpackungstechnik konzentriert bleiben. „Wir behalten uns vor, weitere Gesellschaften zu veräußern, die die Ergebniserwartungen des Konzerns nicht nachhaltig erfüllen oder nicht zum Kerngeschäft gehören“, sagte Hein. Akquisitionen zur Stärkung der Hauptbereiche schloss Hein nicht aus. „Die Neuaufstellung der IWKA wird bis Ende 2006 abgeschlossen sein“, kündigte er an. Geplant ist auch eine Verlagerung der Konzernzentrale nach Augsburg. Im Umfeld der bayerischen Stadt macht IWKA 70 Prozent seines Geschäfts.

Im ersten Quartal hatte IWKA höhere Umsätze und Auftragseingänge vermeldet. Den Umsatz steigerte die Firma um 10 Prozent auf 354,6 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern betrug 0,3 Mill. Euro nach 2,7 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich verblieb ein Minus von 6,4 Mill. Euro. Der Auftragseingang legte um 15 Prozent auf 500 Mill. Euro zu.

Unternehmen, die IWKA abgestoßen hat oder noch abstoßen wird, sind die Boehringer-Gruppe, Bopp & Reuther Sicherheits- und Regelarmaturen, Ex-O-Cell, BKT und die IWKA Balg- und Kompensatoren.

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