Hauptversammlung
Linde überzeugt BOC-Aktionäre

Die Aktionäre des britischen Gase-Anbieters BOC haben der Übernahme durch den deutschen Konkurrenten Linde zugestimmt. 99,6 Prozent statt der erforderlichen 75 Prozent des anwesenden Kapitals votierten auf einer außerordentlichen Hauptversammlung für die Übernahme. Gut die Hälfte des Kapitals beteiligte sich an der Abstimmung.

LONDON. Damit hat Linde die letzte wichtige Hürde auf dem Weg zur Übernahme von BOC genommen. Ende Januar hatte die BOC-Führung den ersten Übernahmeversuch durch Linde noch abgelehnt, doch nachdem die Deutschen ihr Gebot von 15 auf 16 Pfund je Aktie erhöhten, empfahl sie den Aktionären zu verkaufen.

„Auch wir fühlen uns heute sehr traurig“, sagte BOC-Chairman Sir Rob Margetts den rund 100 Aktionären, die zur außerordentlichen Hauptversammlung in das Konferenzzentrum New Connaught Rooms in der Nähe des Touristenmagnets Covent Garden im Zentrum Londons gekommen waren. Kleinaktionäre machten im plüschigen Ambiente des reich mit Stuck und Marmor verzierten blauen Saals ihrem Ärger über den „Ausverkauf der britischen Industrie“ mit lauten Zwischenrufen Luft. Mehrere von ihnen äußerten Misstrauen, dass Linde die BOC-Geschäfte kompetent weiterführen könne und warnten, die britische Tochter werde „so ausgequetscht werden wie Thames Water von RWE“. Doch die Proteste hatten keinen Einfluss auf das Ergebnis.

Nach dem gewählten Verfahren zur Übernahme können die restlichen Aktionäre die Fusion nicht mehr kippen. Am 5. September soll die Übernahme vollzogen werden. Linde und BOC werden dann gemeinsam mit zwölf Mrd. Euro Umsatz der klare Weltmarktführer bei Industriegasen vor der französischen Air Liquide sein. BOC wird als Tochter in den Linde-Konzern eingegliedert. Die weltweit gut eingeführte Marke BOC dürfte bestehen bleiben. So hat es Linde bereits im Jahr 2000 mit dem Kauf der schwedischen Aga praktiziert.

Seit Monaten arbeiten Integrationsteams mit Experten aus beiden Unternehmen und Beratern von Booz Allen Hamilton an der Gestalt des neuen Weltmarktführers. Entscheidungen über Führungsstruktur und Hauptsitz des Konzerns stehen noch aus. Margetts sagte, Linde habe versprochen, einige Zentralfunktionen in England zu lassen. Die nicht-exekutiven Mitglieder des BOC-Boards träten zurück, über die Zukunft der exekutiven Direktoren sei noch nicht entschieden.

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