Hauptversammlung
Vossloh will selbst Bahnschwellen produzieren

Weil der Verkehrstechnik-Konzern Vossloh mit seiner Übernahme des Bahnschwellen-Geschäfts von Pfleiderer gescheitert ist, will das Unternehmen nun selbst eine Produktion aufbauen. Es ist nicht der einzige Plan.

HB DÜSSELDORF. „Zusammen mit einem Partner prüfen wir zurzeit, eigene Schwellenproduktionen in internationalen Schlüsselmärkten aufzubauen“, sagte der seit März amtierende Konzernchef Gerhard Eschenröder am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Düsseldorf. Die Vorarbeiten liefen auf Hochtouren; unter Dach und Fach sei aber noch nichts. Die geplante Übernahme der entsprechenden Pfleiderer-Sparte war am Veto des Kartellamts gescheitert.

Eschenröder will die Strategie von Vossloh überprüfen. „Es gibt grundsätzlich keine Denkverbote und keine Tabus. Dabei sind wir auch offen für eine Ausweitung unserer Aktivitäten von der reinen Bahntechnologie auf andere affine Technologien“, sagte er. Weniger Wert lege Vossloh auf die reine Umsatzausweitung. „Wir sind an renditestarkem Wachstum interessiert“, erklärte der neue Chef. Strategisch sinnvolle Zukäufe seien weiter geplant, aber nicht um jeden Preis.

Wegen einem teilweise schwachen Aprils verbuchte Vossloh in den ersten vier Monaten einen Rückgang des operativen Gewinns (Ebit) um 1,1 Mill. auf 15,3 Mill. Euro. Dank eines verbesserten Zinsergebnisses stieg der Gewinn unter dem Strich aber um 16 Prozent auf 6,4 Mill. Euro. Der Umsatz legte ebenfalls um 16 Prozent auf 298,2 Mill. Euro zu. Bereinigt um Zukäufe ergab sich noch ein Plus von 4 Prozent.

„Obwohl der April nicht in allen Geschäftsfeldern die Erwartungen erfüllt hat, gehen wir davon aus, dass sich in den verbleibenden Monaten das Geschäft besser entwickeln wird“, sagte Eschenröder vor den Aktionären. Daher halte der Vorstand an den Geschäftszielen für 2006 fest. Ohne Zukäufe erwartet das Unternehmen für das Gesamtjahr einen leichten Anstieg des Ebit von 90,8 auf 92 Mill. Euro, der Überschuss soll von 45,1 auf gut 47 Mill. Euro klettern. Der Umsatz soll von 1 auf 1,04 Mrd. Euro steigen.

Die im Nebenwerteindex MDax gelistete Vossloh-Aktie notierte mit 38,85 Euro zeitweise über 5 Prozent im Minus.

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