Haushaltsgeräte
Hoover geht an TTI in Hongkong

Der Bieterkampf um die weltweit bekannte Staubsaugermarke Hoover ist entschieden. Die legendäre Marke wird zum 1. Januar von der Hongkonger Techtronic Industries Co. übernommen. „Wir haben Hoover mitsamt allen Mitarbeitern und Produktionsstandorten in China, Mexiko und den USA gekauft“, bestätigte TTI-Chef Horst Pudwill dem Handelsblatt.

HB HONGKONG. Hoover macht einen Umsatz von rund 600 Mill. Dollar und hat weltweit 3 000 Mitarbeiter. Die Marke war vergangenes Jahr mit dem Mutterkonzern Maytag an den Haushaltsgerätehersteller Whirlpool übergegangen. Unter anderem hatte auch der chinesische Haushaltsgerätehersteller Haier für Hoover geboten, war dann aber aus dem Rennen ausgestiegen. Zuletzt waren noch große US-Finanzinvestoren im Rennen.

TTI wurde von dem ehemaligen VW-Manager Pudwill vor zehn Jahren in Hongkong gegründet und macht heute bereits 3 Mrd. Dollar Umsatz. Pudwill kündigte an, dass die mit dem Hoover-Kauf gestärkte Staubsaugersparte schon in kurzer Zeit eine zusätzliche Umsatzmilliarde bringen soll. „Diese Marke werden wir bald durchbrechen.“

TTI ist bisher vor allem im Heimwerkerbereich (Bohrmaschinen, Kreissägen) stark und ist auch hier durch die Übernahme international bekannter Marken stark gewachsen. Unter anderem hat Pudwill vor zwei Jahren AEG Elektrowerkzeuge übernommen und ist hinter Black & Decker und Bosch inzwischen die Nummer drei der Branche weltweit. TTI besitzt noch die auf dem US-Markt starken Marken Ryobi, Homelite und Milwaukee, fertigt aber auch für Dritte Elektrowerkzeuge.

„Hoover ist eine hervorragende Marke mit viel Potenzial“, so der TTI-Chef zu seiner jüngsten Übernahme. Er will den Umsatz in den kommenden Jahren mindestens verdoppeln. Die Marke Hoover hatte in den vergangenen Jahren stetig an Marktanteilen verloren, war zuletzt am Heimatmarkt sogar vom britischen Hersteller Dyson überrundet worden.

Dem Kauf müssen noch die Wettbewerbsbehörden zustimmen, so Pudwill, was aber kein Problem sei. TTI bezahlt nach seinen Worten 107 Mill. Dollar in bar und übernimmt zudem zahlreiche Verbindlichkeiten von Hoover. Angaben über deren Wert machte er nicht. In Deutschland ist TTI bislang vor allem mit der Marke „Dirt Devil“ auf dem Markt.

TTI beschäftigt rund 24 000 Mitarbeiter, überwiegend an billigen Fertigungsstandorten in der südchinesischen Provinz Guangdong. Hier fertigt TTI auch für Fremdfirmen. 2005 machte die TTI-Gruppe 77 Prozent des Umsatzes in Nordamerika, der Rest entfiel vor allem auf Europa. Allein in den vergangenen vier Jahren hat das Unternehmen Umsatz und Gewinn vervierfacht.

2004 hatte TTI von Atlas Copco die beiden Elektrowerkzeugmarken AEG und Milwaukee im Paket für 627 Mill Dollar übernommen. Damals machten die beiden Marken einen Umsatz von 700 Mill. Dollar und hatten weltweit 3 100 Beschäftigte, rund die Hälfte davon entfiel auf die AEG-Sparte. Heute firmiert das AEG-Geschäft unter dem TTI-Dach als A & M Elektrowerkzeuge GmbH.

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