Haushaltsindustrie
Weiße Ware ist wieder gefragt

Das Geschäft mit Waschmaschinen, Staubsaugern und Kühlschränken läuft derzeit rund. Alle großen Anbieter weltweit verzeichnen kräftige Umsatzsteigerungen. Sogar die bislang sehr zurückhaltenden Deutschen rüsten ihre Wohnungen mit neuen Geräten auf und sorgen so für zusätzliche Einnahmen der Produzenten.

MÜNCHEN. „Weltweit sind unsere Werke gut ausgelastet“, sagte gestern Kurt-Ludwig Gutberlet, Chef des deutschen Marktführers Bosch und Siemens Hausgeräte (BSH). Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben im ersten Quartal zweistellig gewachsen. Ähnlich gut läuft es bei der Konkurrenz: Weltmarktführer Electrolux steigerte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent. Die Nummer zwei, der US-Konzern Whirlpool, erreichte zehn Prozent.

Die Hersteller profitieren davon, dass sich immer mehr Menschen in den Schwellenländern Lateinamerikas und Asiens moderne Geräte kaufen. Vor allem in China läuft das Geschäft wie geschmiert. Dort gaben die Menschen vergangenes Jahr zehn Prozent mehr für die so genannte weiße Ware aus als im Vorjahr.

Allerdings zieht momentan auch der Absatz in Deutschland zum ersten Mal seit Jahren an. „Damit entwickelt sich unser Deutschlandgeschäft endlich einmal wieder im Gleichschritt mit dem weltweiten Geschäft“, sagte BSH-Chef Gutberlet. Seiner Ansicht nach sind die Deutschen wieder in Kauflaune. Die für kommendes Jahr geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer sorge zudem dafür, das sich die Leute jetzt schon Geräte zulegen, für die sie normalerweise erst später Geld ausgeben würden.

Der deutsche Markt hat den Anbietern in den vergangenen Jahren wenig Freude gemacht. Die Preise waren im freien Fall, während die Produktionskosten in den Werken hier zu Lande stiegen. So zog Electrolux vergangenen Herbst die Konsequenz und kündigte an, ein Werk seiner Marke AEG in Nürnberg zu schließen und die Aufträge ins billigere Polen zu vergeben. Ein wochenlanger, erbittert geführter Streik folgte. Allerdings konnten die 1 700 Beschäftigten ihre Entlassung nicht abwenden. Sie handelten lediglich eine höhere Abfindung aus.

Auf der Kippe steht auch die BSH-Fabrik in Berlin. „Die wirtschaftliche Lage am Produktionsstandort Berlin hat sich weiter verschärft“, unterstrich BSH-Chef Gutberlet. Das Waschmaschinenwerk mit seinen 580 Mitarbeitern schreibe seit Jahren Verluste. In den nächsten Wochen würden Arbeitnehmer und Management sich darüber unterhalten, wie es mit dem Standort weiter gehen wird. Fakt ist, dass BSH in Nauen in Brandenburg eine neue, modernere Fertigung für Waschgeräte aufbaut.

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