Hersteller wappnen sich
Sparkurs für die Autobranche

Die großen Autokonzerne wappnen sich mit Sparprogrammen und einer beschleunigten Entwicklung von Elektroantrieben für eine länger andauernde Branchenkrise. Der italienische Fiat-Konzern forderte die europäischen Regierungen auf, sich ein Beispiel an den USA zu nehmen und der Branche schnell unter die Arme zu greifen.

HB BERLIN/MAILAND. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn will einen harten Sparkurs einschlagen. Bei einer Managementkonferenz in der kommenden Woche solle schonungslos Bilanz gezogen werden, zitierte die "Automobilwoche" einen anonymen Vertrauten Winterkorns. Demnach stehen auch geplante Modelle erneut auf dem Prüfstand. Mercedes will zwar keine Modelle streichen, der Mutterkonzern Daimler kündigte aber eine massive Kostensenkung bei seiner Pkw-Tochter an. Dafür werde der Vertrieb von Grund auf umstrukturiert, meldete das Magazin "auto motor und sport" vorab. Insgesamt soll die Sparte zehn bis 15 Prozent ihrer Kosten einsparen.

Der Stuttgarter Konzern setzt zudem auf umweltfreundlichere Techniken. Mit dem Industriekonzern Evonik sei ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau von Batterien für Elektroautos geplant, erfuhr Reuters aus dem Umfeld der Unternehmen.

Auch die Autozulieferer treten auf die Kostenbremse. Branchenprimus Bosch will bis zu 2000 Mitarbeiter im In- und Ausland entlassen und die wöchentliche Arbeitszeit von 35 auf bis zu 30 Stunden senken, was Einkommenseinbußen von bis zu 15 Prozent bedeutet. Nach Einschätzung von Experten droht der Branche eine Pleitewelle. Bis zu 80 Zulieferer seien akut von einer Insolvenz bedroht, sagte Marcus Berret von der Unternehmensberatung Roland Berger der "Automobilwoche".

Fiat-Chef Sergio Marchionne forderte die europäischen Regierungen auf, sich ein Beispiel an den USA zu nehmen und der Autoindustrie unter die Armee zu greifen. Das Überleben der Branche mit ihren über zwölf Mio. Mitarbeitern müsse in Europa oberste Priorität haben, sagte er " La Repubblica". Die USA wollen ihrer Autoindustrie mit Milliardenhilfen unter die Arme greifen. Der Plan ist zwar in der vergangenen Woche im Kongress gescheitert, nun wird aber erwartet, dass US-Präsident George W. Bush Geld aus dem Rettungspaket für die Finanzbranche abzweigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte am Sonntag mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Industrie über die Konjunkturkrise beraten und Lösungswege aufzeigen.

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