Hintergrund
Wie sich der Streik im Güterverkehr auf die Firmen auswirkt

Der Streik im Güterverkehr der Bahn würde Konzerne wie Salzgitter und VW erheblich treffen. Andere Branchen wie Stahl oder Energie lassen die bevorstehenden Streiks dagegen kalt. Dennoch schätzen Wirtschaftsforscher den zu erwartenden Schaden auf einen dreistelligen Millionenbetrag – täglich. Eine Übersicht.

AUTOINDUSTRIE: Volkswagen rechnet durch einen Streik täglich mit Schäden in Millionenhöhe. Welche Standorte betroffen sein werden, ist offen. Ausfälle befürchtet auch Porsche. Daimler-Chrysler zeigt sich gelassen, der größte Teil des Transportes läuft über die Straße.

Als Anfang August Streiks im Güterverkehr drohten - die dann gerichtlich zunächst gestoppt wurden - hatte der Automobilhersteller Ford angekündigt, verstärkt die Binnenschifffahrt als Transportmittel zu nutzen. Der Autoverladehafen ist nur 300 Meter vom Ende des Fertigungsbandes entfernt. Schon im Vorfeld hatten die Kölner die Zulieferung von Instrumententafeln aus Berlin und Blechteilen aus dem spanischen Valencia von der Anlieferung per Bahn auf Lastwagen umgestellt. Alle in Köln produzierten Autos lassen sich allerdings nicht auf Schiffe verladen und eine große Lagerfläche für die Wagen gibt es in Werksnähe nicht.

Beim Zulieferer Continental wirkt sich ein Bahnstreik nur auf die Lieferung von Lkw-Reifen aus dem slowakischen Werk Puchow aus. Die rund 5 500 Reifen pro Tag könnten eine Woche lang in Puchow zwischengelagert werden. Die Produktion will Conti nicht stoppen. Branchenprimus Bosch rechnet mit Störungen bei Anlieferungen und beim Versand, aber nicht mit massivem Problemen.

STAHLINDUSTRIE: Während Salzgitter bei einem längeren Bahnstreik erhebliche Beeinträchtigungen erwartet, befürchtet der größte deutsche Stahlkocher Thyssen-Krupp keine Engpässe bei der Lieferung von Erz und Kohle. Thyssen-Krupp bezieht seine Rohstoffe auf dem Schiffsweg über den Rhein, Salzgitter hingegen vom Hamburger Hafen aus per Bahn.

ENERGIEVERSORGUNG: Der Kraftwerksbetreiber RWE Power erwartet keine größeren Auswirkungen auf die Anlagen. Die Braunkohle werde über ein eigenes Netz, mit eigenen Zügen und eigenen Mitarbeitern geliefert. Die Steinkohle werde mit dem Schiff transportiert oder über eine Bahntochter geliefert, die wegen eines eigenen Tarifvertrags nicht vom Streik betroffen sei.

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