Hochtief-Hauptversammlung
„Ich bitte Sie, heute gegen ACS zu kämpfen“

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Der neue Chef wird es erstmal nicht leicht haben

 „Hochtief war so erfolgreich, dass ACS Lunte gerochen hat“, ruft Marc Tüngler. Doch jetzt hätten die Aktionäre „viele Fragezeichen auf der Stirn“. An die wenigen ACS- Freunde im Saal gerichtet ergänzt er: "Kommen Sie aus der Deckung. Was wollen Sie?“ Tüngler ist für seine scharfe Zunge bekannt, er ist als Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) professioneller Redner auf Hauptversammlungen. „Wir müssen jetzt aufpassen, dass hier nichts zu unserem Nachteil anbrennt“, sagt Tüngler unter Applaus.

Andere Aktionäre sehen das ähnlich. Vom „schwärzesten Tag der Unternehmensgeschichte“, spricht die Vertreterin der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Ein Kleinaktionär jenseits der 70 fragt: „Dürfen wir heute nur über die Beerdigung abstimmen?“ Wie könne es sein, sagt der Mann mit brüchiger Stimme und schwäbischem Akzent, „dass eine hochverschuldete Firma wie ACS Hochtief übernehmen kann, gegen den Willen der Beteiligten und der meisten Kleinaktionären?“ Wieder einer sagt, man könne ACS-Chef Perez nicht trauen, schließlich sei er Präsident des chronisch verschuldeten Fußballklubs Real Madrid. „Ich bitte Sie, heute gegen ACS zu kämpfen“.

Die Fronten sind klar: Hier Hochtief, das rechtschaffene Opfer, dort der Totengräber, ACS. Nur sehr spärlich ist folglich die Unterstützung für die Spanier. Ein Vertreter rattert zunächst etwas länglich die Biographien der von den Spaniern gewünschten Aufsichtsratskandidaten herunter. Er weist die Kritik von Hochtief-Chefaktionär Bremkamp zurück und beteuert, man sei immer um Sachlichkeit bemüht gewesen. Es mache keinen Sinn, einen nun beigelegten Streit weiterzuführen.

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  • Das Dilemma ökonomisch-neutraler Gedanken im Kontrast zu emotionalen Ansichten ist betroffen. Viele sehen das gar nicht. Ein schöner Artikel dazu steht unter:
    http://www.celadoor.com/wp_2011_0040.html

  • Es gibt nur ein Land der Welt, wo so etwas möglich ist, nur ein Land, dass sich selbst kaputt macht: Die Bundesrepublik Deutschland
    Fehlt nur noch, dass ACS wegen Infrastruktursubventionen der EU an Spanien sich solange über Wasser halten konnte. Über die „BAFin“ braucht man nichts mehr zu sagen.

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