Hoffnung auf Konjunkturprogramme
ABB schaltet auf Sparkurs

Der Schweizer Industriekonzern ABB stellt sich auf härtere Zeiten ein. Nachdem die Aufträge im vierten Quartal um 19 Prozent eingebrochen sind, wagt Vorstandschef Joe Hogan keine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Klar ist jedoch, dass die Verwaltung des Unternehmens verschlankt werden muss.

ZÜRICH. „Der Ausblick bleibt unklar“, sagte der Amerikaner in Zürich. Grund für die Unsicherheit ist die Wirtschafts- und Finanzkrise, die eine Finanzierung großer Infrastrukturprojekte enorm erschwert hat. Um für eine Dürreperiode gewappnet zu sein, will Hogan vor allem die Verwaltungskosten kappen. Ziel ist ein Einsparvoumen von 1,3 Mrd. Dollar bis 2010. Das ist etwa ein Drittel mehr als er im Dezember angekündigt hatte.

Mit schwierigen Phasen kennt sich ABB sich aus. Der Konkurrent von Siemens erlebte vor neun Jahren eine Existenzkrise unter der damaligen Führung von Perry Barnevik. Seit diesem Schlüsselerlebnis ist ABB ständig auf der Hut, sein Schicksal nicht aus der Hand zu geben. Ein hohes Kostenbewusstsein und eine konservative Finanzpolitik prägen seither das Management. Auch unter Hogan, der im September 2008 von General Electric kam.

Mit seinem vorsichtigen Ausblick reiht sich ABB ein in die Riege von Industrieunternehmen, die ihre Erwartungen drastisch zurückgenommen haben. Der US-Konzern Rockwell etwa gab kürzlich für 2009 eine Gewinnwarnung heraus. Soweit ist es bei ABB noch nicht. Hogan bekräftigte seine Ertragsziele und will bis 2011 ein Profitwachstum von 11 bis 16 Prozent erreichen. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital soll bei über 30 Prozent gehalten werden. Zuletzt betrug sie 36 Prozent.

Der Manager stützt seine Zuversicht vor allem auf die Wachstumsmärkte in Indien, China und dem Mittlere Osten. Überall dort wollen die Regierungen kräftig in Hochspannungsnetze investieren. Auf diesem Gebiet ist ABB Weltmarktführer.

Allerdings hat die Krise gerade in den Schwellenländer voll zugeschlagen. Vor allem Großaufträge von mehr als 15 Mio. Dollar sind Mangelware. Der Einbruch in diesem Segment beträgt 55 Prozent. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank rechnen daher kurzfristig nicht mit einer Geschäftserholung bei ABB.

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