Hohe Erfolgsbeteiligungen
Zeit für Frühlingsgefühle

Warmer Geldregen in der Autobranche: Audi-Beschäftigte etwa erhalten im Schnitt zwei Monatsgehälter als Bonuszahlung. Auch andere Unternehmen beteiligen derzeit Mitarbeiter am Erfolg - Zeit für Frühlingsgefühle.
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DüsseldorfEs ist Frühling! Für die Meteorologen hat die frische Jahreszeit bereits am 1. März begonnen. Zwar verdecken vielerorts oft noch Wolken die Sonne, doch vielen Arbeitnehmern in Deutschland wird trotzdem warm – beim Blick auf die Kontoauszüge. Zahlreiche Unternehmen haben ein Spitzenjahr mit hohen Umsätzen und Gewinnen hinter sich. Und viele lassen ihre Belegschaft auch am Erfolg teilhaben. Prämien, Erfolgsbeteiligungen und Boni werden ausgezahlt wie selten zuvor.

Vor allem für die Beschäftigten der Automobilindustrie scheint derzeit die Sonne. Die Mitarbeiter bei Audi können sich im Schnitt über zwei Monatsgehälter freuen. Rechnerisch 8251 Euro schüttet der Autobauer aus Ingolstadt an jeden seiner rund 45.000 Tarifbeschäftigten in Deutschland aus. Die Mitarbeiter bei der VW-Tochter Porsche erhalten nach dem besten Absatz aller Zeiten 7600 Euro extra. Egal ob Küchenhelfer oder Ingenieur – beim Stuttgarter Sportwagenhersteller werden alle 8500 Beschäftigten beteiligt. Betriebsratschef Uwe Hück, bekannt für seine markigen Sprüche, jubelte über die „genial-intergalaktische Sonderzahlung“.

Daimler bereitet seinen Mitarbeitern ebenfalls Frühlingsgefühle – mit einer Zahlung von 4100 Euro. Und bei VW werden zehn Prozent des operativen Gewinns in Höhe von 11,3 Milliarden Euro an die Belegschaft ausgeschüttet. Die endgültigen Bonus-Zahlen geben die Wolfsburger am 8. März bekannt.

Doch auch abseits der Automobilindustrie sorgt das gute Geschäftsjahr 2011 für einen sonnigen Frühling. Der Maschinenbauer Dürr überweist erstmals seit drei Jahren eine Prämie. 1500 Euro für jeden Tarifbeschäftigten. Beim Reifenhersteller Continental sind es 659 Euro.

Die Chemiebranche lässt sich ebenfalls nicht lumpen. Bayer schüttet 600 Millionen Euro aus, die Hälfte davon an seine Mitarbeiter in Deutschland. Das sind im Tarifbereich 80 bis 140 Prozent eines Monatsgehalts. Das weltweit größte Chemieunternehmen BASF zahlt gut 300 Millionen Euro Erfolgsbeteiligung und Boni. 6200 Euro pro Kopf macht das bei den Tarifangestellten, mehr als 20.000 Euro bei den außertariflichen.

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  • Medienmache: Leistung lohnt sich (oder Arbeit), damit sie einen Teil der Menschen beruhigen. Denn was passiert, wenn sich die Beschäftigten nicht abspeisen lassen, konnte man gerade in Frankfurt sehen.

  • ausgerechnet jetzt schütten die Kohle an die Arbeiter aus?
    Ist ja witzig. Haben die noch nicht gemerkt, dass ihre Umsätze rapide eingebrochen sind?

    http://www.welt.de/wirtschaft/article13899561/Pkw-Inlandsnachfrage-stagniert-auf-Vorjahresniveau.html

  • Die Märchenerzähler sind wieder unterwegs. Es glaubt doch niemand im Ernst, dass die Boni Ergebnis der Kauflaune in Deutschland sind. Mit 224’318 PKWs handelt es sich auch für einen Februar um ausgesprochen schwache PKW-Neuzulassungen! Ein weiterer dicker Malus 62,7% aller Neuzulassungen im Februar 2012 waren gewerbliche Zulassungen. Sollten die Autobauer tatsächlich im operativen Geschäft so viel verdient haben, wäre es besser, die Löhne dauerhaft anzuheben und nicht mit Einmalzahlungen zu locken, die mehr als Beruhigungspille in den Tarifverhandlungen dienen sollen. Es wird vermutlich der Kapitalmarkt gewesen sein, der die satten Gewinne brachte. Denn das bißchen Export reißt keine Wachstumsbäume mehr heraus, im Gegenteil.

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