Holzverarbeiter
Pfleiderer will Kosten senken

Der Möbel- und Bauzulieferer Pfleiderer hat seinen Wachstumskurs vorerst aufgegeben und ein Programm zur Kostensenkung angekündigt. Zur Disposition sollen außerhalb Deutschlands rund 300 Arbeitsplätze stehen. Im dritten Quartal war der Umsatz zurückgegangen.

HB NEUMARKT. „Die Finanzmarktkrise hat im dritten Quartal deutliche Spuren in der Weltkonjunktur hinterlassen und die Aussichten sind wenig erbaulich“, teilte Konzernchef Hans Overdiek in Neumarkt in der Oberpfalz mit. Daher werde Pfleiderer seinen Wachstumskurs zugunsten eines strikten Kostenmanagements zurückstellen. Im dritten Quartal sank der Umsatz auf 436,4 (Vorjahr: 454,7) Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg auf 32,6 (Vorjahr: 32,1) Millionen Euro. Im Endeffekt sollen außerhalb Deutschlands nun 300 Arbeitsplätze zur Disposition stehen.

Beim Umsatz peilt Pfleiderer weiterhin einen Wert über dem Vorjahr an. Angesichts der schwer einzuschätzenden Finanzkrise seien allerdings konkrete Prognosen mit großen Unsicherheiten behaftet, sagte Overdiek. 2007 hatten die Neumarkter einen Umsatz von 1,8 Mrd. Euro und ein EBITDA von 248,7 Mio. Euro ausgewiesen. Zudem kündigte das im MDax notierte Unternehmen zusätzliche Kostensparprogramme für alle Regionen und Geschäftsbereiche an. So würden die noch geplanten Investitionen für das laufende Geschäftsjahr überprüft und gegebenenfalls angepasst, hieß es. Ein erheblicher Beitrag zur Kostensenkung erwarten die Neumarkter durch weitere Produktionsoptimierungen.

Pfleiderer-Aktien gehörten mit plus 1,45 Prozent auf 6,29 Euro zu den Favoriten im schwach tendierenden MDax . Händler verwiesen auf „überraschend gute“ Zahlen, die im frühen Verlauf einen vorsichtiger formulierten Ausblick als Belastung in den Hintergrund drängten.

Im dritten Quartal sei der Umsatz um vier Prozent auf 436,4 Mio. Euro zurückgegangen, teilte Pfleiderer am Dienstag in Neumarkt mit. Den Rückgang führte das Unternehmen unter anderem auf die Stilllegung des Werks im kanadischen La Baie, aber auch auf die zum Teil niedrigeren Verkaufspreise zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBITDA) fiel auf 60,2 (Vorjahr: 62,9) Mio. Euro. Das Betriebsergebnis (EBIT) nahm hingegen leicht auf 32,6 (32,1) Mio. Euro zu. Der Möbel- und Bauzulieferer profitierte vor allem von geringeren Vertriebs- und Verwaltungskosten. Nach Anteilen Dritter wies Pfleiderer einen Gewinn von 11,2 (Vorjahr: 6,4) Mio. Euro aus. Hier machten sich positive Währungseffekte bemerkbar. Pfleiderer übertraf mit seinen Quartalsergebnissen die Prognosen der Analysten weitgehend.

Wachsen konnte Pfleiderer von Juli bis September in Osteuropa. Dabei entwickelte sich das Geschäft in den beiden Märkten Russland und Polen unterschiedlich. Während in Russland die Neumarkter von einer guten Nachfrage- und Ergebnissituation profitierten, belasteten der starke Zloty und der Nachfragerückgang aus der Möbelindustrie das Polen-Geschäft. In der größten Region, Westeuropa, machte sich zum ersten Mal die konjunkturelle Eintrübung bemerkbar. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis entwickelten sich rückläufig. Immobilienkrise und höhere Rohstoffpreise belasteten erneut das Nordamerika-Geschäft.

/ne/sk

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