Hubschrauber-Hersteller
Eurocopter-Chef warnt vor Absatzloch

Der Hubschrauber-Hersteller Eurocopter wird in den kommenden zwei Jahren deutlich geringere Umsätze erzielen. Davor warnte Konzern-Chef Lutz Berling im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Auslieferungen drohen demnach 2009 um acht Prozent zu sinken.

PARIS. "Ich rechne mit einem Rückgang der Auslieferungen in 2010 um acht Prozent." Da der Umsatz maßgeblich an den Lieferzahlen hängt, dürften damit auch die Erlöse deutlich sinken. "2010 und 2011 werden harte Jahre", warnte Bertling.

In diesem Jahr dagegen werde die EADS-Tochter ihre Lieferzahlen noch auf Vorjahresniveau halten können, sprich "zwischen 575 und 590 Stück". Zwar hätten Kunden bis dato 75 Bestellungen storniert, doch die Löcher konnten dadurch gefüllt werden, dass Kunden mit Liefertermin 2010 ihre Maschinen früher bekommen. Neue Orders werden aber zunehmend rar, Eurocopter verzeichnet bisher einen Einbruch von 70 Prozent.

Daher will Bertling der EADS-Tochter ein Restrukturierungsprogramm namens "Shape" verpassen. Die Kosten sollen ab 2011 pro Jahr um 200 Mio. Euro sinken. Gleichzeitig will Eurocopter seine Entwicklungsausgaben erhöhen, um seine Modellpalette zu erneuern.

Das Restrukturierungsprogramm wird auch Personalabbau umfassen. "Am Ende des Programms Shape werden wir hier und da zu viel Leute an Bord haben. Wir werden Personal aber ohne Sozialplan abbauen, etwa durch natürliche Fluktuation oder möglicherweise durch Anreize für freiwilliges Ausscheiden", sagte der Eurocopter-Chef. Konkrete Zahlen nannte er nicht.

Eurocopter ist in Bayern ein großer Arbeitgeber. An den Standorten Donauwörth und Ottobrunn arbeiten insgesamt knapp 5000 Menschen. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 15 600 Menschen. Eurocopter ging 1992 aus der Fusion der Hubschrauber-Aktivitäten der Daimler-Chrysler Aerospace und Aerospatiale-Matra hervor. Mit einem Umsatz von rund 1,9 Mrd. Euro im ersten Halbjahr ist Eurocopter hinter Airbus, Defense und Astrium die kleinste EADS-Sparte.

Die Krise trifft damit nicht nur die Hersteller von Linien- und Business-Jets. Bei den Hubschrauber-Anbietern wie Eurocopter brechen vor allem die Bestellungen für leichte Maschinen ein, die reiche Privatleute oder Unternehmen für Geschäftsflüge ordern.

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