IAA startet in Hannover
Schwellenländer stützen LKW-Absatz

Der Absatz von Lastwagen schwächelt in den USA und in Europa. Doch die Nachfrage in den aufstrebenden Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China steigt: Schon heute wird jeder zweite Schwerlaster weltweit in diese Länder verkauft.

STUTTGART/HAMBURG. Auf Brasilien, Russland, Indien und China, kurz "Bric" baut die Nutzfahrzeugindustrie. Mit dem Absatz in den boomenden Schwellenländern soll der Einbruch in den USA und der sich abzeichnende Abschwung in Europa aufgefangen werden. "Jeder zweite Schwerlaster weltweit wird heute in eines dieser Länder verkauft", sagt Nutzfahrzeug-Chef Andreas Renschler vom Weltmarktführer Daimler vor der Eröffnung der Branchenmesse IAA Nutzfahrzeuge in Hannover.

Russland ist bereits der größte europäische LKW-Markt. Der brasilianische Markt legte im vergangenen Jahr um ein Viertel zu. Für dieses Jahr erwartet der brasilianische Automobilverband Anfafea, dass der 30 Jahre alte Rekord aus dem Boomjahr 1977 mit 96 000 verkauften Fahrzeugen pulverisiert wird. Dabei sind die Bric-Länder längst nicht nur Absatzmarkt. Unter den Top-Ten der Brummi-Industrie kommt die Hälfte der Hersteller aus China und Indien, darunter der indische Tata-Konzern, besser bekannt durch das Kleinwagenprojekt Nano, oder die beiden großen Chinesen Dongfeng und FAW.

Zwar benötigen diese Märkte meist abgespeckte Modelle im Vergleich zu den USA oder Europa. Das Geschäft lockt dennoch. So prüft beispielsweise Daimler eine maßgebliche Beteiligung am russischen Marktführer Kamaz. Die Schwaben könnten sich mit einem Einstieg den langwierigen Aufbau eines flächendeckenden Vertriebsnetzes ersparen.

Volkswagen setzt auf seine Fertigungsstätte im polnischen Posen, wo die Niedersachsen eine Robust Entry genannte Sparversion ihres Transporters für Osteuropa bauen: Die Pritsche besteht aus Holz anstelle von Blech, der Rahmen aus Stahl statt aus Aluminium. Teure Elektronik wie das Stabilitätsprogramm ESP gibt es nicht.

Für die Zulieferer werden die Schwellenländer ebenfalls immer bedeutender. Bei ZF hat die enge Zusammenarbeit mit Iveco maßgeblichen Anteil am Erfolg in Brasilien. ZF hat in den vergangenen Jahren bereits 20 000 LKW-Getriebe an die Italiener geliefert. Allein im vergangenen Jahr verdoppelte Iveco den Absatz in Brasilien auf 6 000 schwere LKW. In diesem Jahr wollen die Italiener die Verkaufszahlen noch einmal verdoppeln.

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