IG Bau
Clement soll Bau-Tarifkonflikt lösen

Wolfgang Clement soll es richten: Im festgefahrenen Tarifkonflikt am Bau hat die Gewerkschaft IG Bau den früheren Bundeswirtschaftsminister als Schlichter angerufen. Der 68 Jahre alte ehemalige SPD-Politiker muss nun innerhalb einer Woche die Tarifparteien an den Verhandlungstisch bekommen.

HB FRANKFURT. Im festgefahrenen Tarifkonflikt am Bau hat die Gewerkschaft IG Bau den früheren Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement als Schlichter angerufen. Das teilte die Gewerkschaft am Montag in Frankfurt mit. Der 68 Jahre alte ehemalige SPD-Politiker muss nun innerhalb einer Woche die Tarifparteien an den Verhandlungstisch bekommen. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen soll ein erstes Treffen am Freitag dieser Woche an einem noch unbekannten Ort in Frankfurt stattfinden.

Die IG Bauen-Agrar-Umwelt hatte vor einer Woche das Scheitern der Verhandlungen für die rund 700 000 Beschäftigten im deutschen Bauhauptgewerbe erklärt. Zuvor hatten die Arbeitgeber in drei Verhandlungsrunden kein offizielles Angebot zu Lohnerhöhungen abgegeben, da sie zunächst über eine neue Lohnstruktur Einigkeit erzielen wollten. Die IG BAU verlangt sechs Prozent mehr Geld und eine Angleichung der Löhne in Ost und West. Auch über die künftige Regelung des tariflichen Mindestlohns konnten sich die Kontrahenten nicht einigen.

Mit der im Tarifvertrag vorgeschriebenen Bestellung des Schlichters beginnt die einwöchige Frist zur Aufnahme der Verhandlungen. Diese wiederum dürfen zwei Wochen dauern, an die sich noch einmal eine zweiwöchige Erklärungsfrist anschließt. Ein Arbeitskampf, mit dem IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel bereits mehrfach gedroht hat, ist damit erst gegen Ende Juni möglich. Die Schlichtungskommission setzt sich neben dem Schlichter zusammen aus vier Vertretern der IG BAU und je zwei Vertretern des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) und des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB).

Vertreter der beiden Arbeitgeberverbände zeigten sich optimistisch, dass es mit Clements Hilfe zu einer tragfähigen Lösung kommen werde. Der frühere SPD-Politiker hat bereits zweimal am Bau geschlichtet und 2007 einen Gehaltstarifvertrag sowie 2008 einen Mindestlohntarifvertrag herbeigeführt. Clement kenne die Formalien, die Materie und die handelnden Personen, sagte Oliver Zander vom HDB in Berlin. "Für uns hat sich die Schlichtung bislang immer bewährt."

Wiesehügel hielt den Arbeitgebern Uneinigkeit vor, welche die Verhandlungen behindert habe. "Wir hoffen, dass unter der Moderation von Wolfgang Clement es die Arbeitgeber schaffen, mit einer Zunge zu sprechen. Der ZDB wird sich für die widerspenstigen Verbände im Osten eine Verfahrensweise überlegen müssen, damit wir insgesamt zu einer Lösung kommen", erklärte der Gewerkschaftsboss in einer Mitteilung.

Ursprünglich hatte die IG Bau bereits in der vergangenen Woche die Schlichtung anrufen wollen. Nach Gewerkschaftsangaben ergaben sich aber juristische Probleme mit Tarifverträgen für die kleine Gruppe Feuertechnischer Berufe am Bau, die nun auch in der Schlichtung behandelt werden sollen.

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