IG-Metall-Verhandlungsführer: „Ich sehe keine Nullrunde“
Meine stellt Volkswagen ein Ultimatum

Im Tarifkonflikt bei Volkswagen hat die Gewerkschaft dem Unternehmen ein Ultimatum gestellt: „Wenn sich VW in der nächsten Runde am kommenden Donnerstag nicht bewegt, werden am 1. und 2. November Warnstreiks beginnen. Darauf bereitet sich die Gewerkschaft vor“, sagte der IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine dem Handelsblatt. Schon für diese Woche schloss Meine „spontane Aktionen“ nicht aus. Die Friedenspflicht läuft am 28. Oktober aus.

hz/hof FRANKFURT. Nach Meines Einschätzung ist ein harter Arbeitskampf nur noch zu vermeiden, wenn das Unternehmen einen großen Schritt auf die Arbeitnehmer zugeht: „Es heißt Tarifverhandlungen und nicht Tarifdiktat. VW-Chef Bernd Pischetsrieder und sein Vorstand verkennen anscheinend vollkommen die Realitäten, was einer VW-Belegschaft zuzumuten ist“, sagte Meine.

Zuvor hatte die Konzernführung ein Kompromissangebot der Gewerkschaft zurückgewiesen, statt Lohnerhöhungen von vier Prozent den niedrigeren Flächentarif-Abschluss aus dem Frühjahr zu übernehmen und zusätzlich bei Neueinstellungen zehn Prozent unter dem VW-Haustarif zu bleiben. „Das würde zu weiteren Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe führen“, sagte VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn. VW fordert in der laufenden Tarifrunde von den 103 000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken den Einstieg in ein Sparprogramm, das bis zum Jahr 2011 die Arbeitskosten um zwei Mrd. Euro im Jahr verringern soll. Ansonsten könnten die Werke nicht wettbewerbsfähig produzieren, warnt die VW-Spitze.

Dagegen drohte Meine: „Wenn sich VW nicht bewegt, rappelt es im Karton.“ Jetzt sei das Volkswagen-Management am Zug. Die Kostenprobleme der europäischen Hersteller seien nicht durch Eingeständnisse der Arbeitnehmer zu lösen, weil die Lohnkosten nur noch rund ein Sechstel der Gesamtkosten betrügen, sagte Meine. „Bei Arbeits- und Prozessorganisation werden dagegen Milliarden durch den Schornstein gejagt.“ Der IG-Metall-Verhandlungsführer stellte klar: „Eine Nullrunde sehe ich nicht.“

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