IG Metall zu Zugeständnissen bereit
Bangen um AEG-Werk in Nürnberg

Dem AEG-Hausgeräte-Werk in Nürnberg mit 1750 Beschäftigten droht das Aus. Zur Rettung ihres Arbeitsplatzes hat die Belegschaft millionenschwere Zugeständnisse angeboten. Allerdings schwindet inzwischen auch in Gewerkschaftskreisen die Hoffnung auf ein Fortbestehen des zum schwedischen Electrolux-Konzerns gehörenden Werks.

HB NÜRNBERG. „Mein persönliches Gefühl ist: Electrolux-Chef Hans Straberg ist eher auf dem Trip, das Werk zu schließen - egal welche Gegenrechnungen wir ihm liefern“, sagte der Vize- Aufsichtsratsvorsitzende der AEG Deutschland und stellvertretende Nürnberger DGB-Chef, Jürgen Wechsler, nach einer Betriebsversammlung am Montag.

Zur Rettung des Nürnberger Standorts haben IG Metall und Betriebsrat dem Konzern-Vorstand millionenschwere Zugeständnisse angeboten. Denkbar seien Kürzungen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Abstriche bei übertariflichen Leistungen, kündigte der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Werner Neugebauer an. Die Vorschläge gehörten zu einem vom Saarbrücker INFO-Institut erarbeiten Maßnahme-Pakets, dass jährliche Sparmaßnahmen von 15 Mill. € umfasst.

Neben den Zugeständnissen der 1750 Beschäftigten setzen die vom Betriebsrat beauftragten Gutachter des Instituts nach Wechslers Angaben auch auf eine Reihe von Einsparungen auf Unternehmensseite. So müssten die von der Konzernzentrale dem Nürnberger Werk auferlegten fixen Kosten für Entwicklung, Vertrieb, Marketing und Verwaltung neu aufgeschlüsselt werden. Da dieser Anteil sich seit Jahren an der im Vorjahr produzierten Zahl der Waschmaschinen und Geschirrspüler orientiere, diese Zahl aber beständig sinke, werde Nürnberg von diesen Kosten stets zu stark belastet.

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