Im Gespräch mit: Fresenius-Chef Schneider
„Zukäufe sind vor allem eine Frage der Gelegenheit“

Gewaltige Chancen in China, eine drohende Rezession in den USA: Im Handelsblatt-Interview spricht Fresenius-Chef Ulf Mark Schneider über die Ausrichtung des Gesundheitskonzerns und seine Expansionchancen. Weitere Übernahmen schließt er dabei nicht aus.

Herr Schneider, Sie haben in der vergangenen Woche eine turbulente Hauptversammlung gehabt. Der Streit in der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung hat ja zeitweise alles andere in den Hintergrund gedrängt. Sind Sie froh, wenn jetzt wieder Ruhe in das Unternehmen einkehrt?

Innerhalb des Unternehmens hatten und haben wir die Ruhe, um uns auf unsere Ziele zu konzentrieren. Die Erfolge der Vergangenheit, die derzeit sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung und unser positiver Ausblick belegen dies. Diese für unsere Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre relevanten Themen sollten auch die öffentliche Diskussion über Fresenius bestimmen.

Wenn Sie jemandem beschreiben sollen, welches Unternehmen Sie führen - was sagen Sie?

Fresenius ist ein global aufgestellter, diversifizierter Gesundheitskonzern. Global, weil wir nicht auf wenige Märkte mit ihrem jeweiligen Gesundheitssystem beschränkt sind und Chancen in den wachstumsstärksten Regionen der Welt wahrnehmen. Und diversifiziert, damit unser Erfolg nicht von der Erstattung weniger Produkte abhängt.

Das Spektrum reicht von Dialyseprodukten über künstliche Ernährung bis zum Bau und Betrieb von Krankenhäusern. Wo ist da noch die gemeinsame Klammer?

Wir betätigen uns in attraktiven Segmenten des Gesundheitswesens. Wir wollen uns überall dort engagieren, wo wir einen medizinischen Mehrwert bieten können. Der Patientennutzen und absolute Spitzenqualität stehen für uns im Mittelpunkt.

Wird der Konzern nicht irgendwann zu komplex?

Ich denke, dass wir eine gute und dezentrale Unternehmensstruktur haben, in der jeder Bereich nach seinen speziellen Bedürfnissen geführt wird. Wir verstehen uns als eine operativ engagierte Holding, die ein sehr tiefes inhaltliches Interesse an den Einzelbereichen hat. Für alle gelten vergleichbare Prinzipien: absolute Qualitätsorientierung, Kostenführerschaft, flache Hierarchien und unternehmerisch engagiertes Handeln.

Die gesellschaftsrechtliche Struktur ist weder einfach noch unumstritten. Wollen Sie das ändern?

Zuallererst: Wenn Sie sich unsere Wachstumsraten der letzten zehn Jahre anschauen und die Entwicklung des Unternehmens und seiner Teilbereiche verfolgen, dann können Sie sehen, dass wir mit dieser Struktur sehr erfolgreich waren und sind. Wir haben keine Pläne, diese Struktur zu verändern. 2005 haben wir bei Fresenius Medical Care dem Wunsch der Aktionäre entsprochen und die beiden Aktiengattungen zusammengelegt. Das hätten wir aber nicht getan, wenn wir die Kontrolle über die FMC und auch die Möglichkeit zur Konsolidierung hätten aufgeben müssen. Wir versuchen, aktionärsfreundlich zu sein, wo wir es können. Aber wir haben nicht vor, unternehmerische Strukturen, die wir für die erfolgreiche operative Leitung brauchen, in Frage zu stellen.

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