Importe aus China
Sportindustrie läuft Sturm gegen EU-Zölle

Der Konflikt um den Anstieg der Schuhimporte aus China in die EU spitzt sich zu. Gegen die von EU-Handelskommissar Peter Mandelson nach Protesten traditioneller europäischer Schuhhersteller geplanten Importzölle läuft Europas Sportindustrie Sturm.

DÜSSELDORF. „Die Handelsbeschränkungen wären eine Farce“, sagte Horst Widmann, Präsident der Vereinigung der Europäischen Sportindustrie (Fesi), dem Handelsblatt. Produktionsstätten für Sportschuhe gäbe es in Europa seit zwei Jahrzehnten nicht mehr, und sie seien deshalb auch nicht zu schützen. Unternehmen wie Adidas, Puma und Fila produzierten rund 98 Prozent ihrer Sportschuhe in Asien.

Mit Spannung erwartet worden war ein Treffen von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und EU-Handelskommissar Mandelson Anfang der Woche. Die Branche hatte gehofft, dass sich Glos für die Interessen der Sportindustrie einsetzt. Wie das Handelsblatt am Donnerstag aus dem Ministerium erfuhr, hat das Thema aber gar keine Rolle gespielt.

Ein knappes halbes Jahr nach den Auseinandersetzungen um Importquoten für Textilien aus China führt damit erneut ein Handelsstreit zu Protesten. Wie bei Textilien nahmen mit dem Wegfall der Einfuhrquoten Ende 2004 auch die Schuhimporte aus China in die EU drastisch zu.

Mitte Juli äußerte der Verband der Europäischen Schuhindustrie (Cec) den Verdacht, dass China und Vietnam Schuhe unter Wert anbieten. Die Europäische Kommission leitete daraufhin eine Antidumpinguntersuchung ein, in die erstmals seit 1994 auch wieder Sportschuhe einbezogen wurden.

Die rund 1 800 in der Fesi organisierten Hersteller fürchten, dass Importzölle den Absatz einbrechen lassen, weil die Preise steigen würden. In Design, Marketing und Vertrieb stünden damit 640 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Die finanziellen Folgen beziffern will noch niemand in der Branche, da Höhe und Ausmaß der Hemmnisse noch völlig offen sind. Die Zölle könnten fünf oder 50 Prozent betragen. Eine Entscheidung wird für den 14. Februar erwartet. In Kraft treten könnten die Sanktionen nahezu unverzüglich.

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