In Antwerpen gehen wegen Streiks die Teile aus
Bochumer Opel-Bänder stehen weiter still

Der Konflikt um drohende Massenentlassungen bei Opel eskaliert weiter. Dabei werden jetzt auch andere Betriebe in Mitleidenschaft gezogen. Dem Opel-Werk in Antwerpen gehen wegen des Streiks in Bochum offenbar allmählich die Teile aus.

HB ANTWERPEN. Die Fabrik in Antwerpen bekommt aus Bochum unter anderem Fahrwerksteile zugeliefert. Die Früh- und die Spätschicht könnten noch normal arbeiten, sagte Werksprecher Marco Van Riel am Montag. Für die Nachtschicht würden die Teile jedoch knapp. In der Europazentrale von GM in Zürich hieß es dagegen, die ruhende Produktion in Bochum habe noch keine Auswirkung auf andere Werke in Europa. „Es wird sicherlich eine Weile dauern, denn die Lieferungen aus dem Werk sind keine just-in-time Lieferungen“, erklärte ein Sprecher von GM Europe. Es gebe auch Material in anderen Betrieben. Nach Angaben des Betriebsrates könnte der Stillstand in Bochum europaweit Produktionsausfälle zur Folge haben mit täglichen Kosten in zweistelliger Millionenhöhe.

Trotz der Appelle aus Politik und vom Gesamtbetriebsrat legen die Arbeiter am besonders gefährdeten Bochumer Standort auch am Montag die Produktion lahm. Die Belegschaft hatte am Morgen zu Beginn der Frühschicht um 6.00 Uhr einstimmig entschieden, dass die seit Donnerstag ruhende Fertigung nicht wieder aufgenommen wird. Die Beschäftigten fordern vom Management weiterhin die Garantie, dass es in Bochum keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird, sagte ein Belegschaftssprecher am Montagmorgen. Zudem fordert die Belegschaft, dass die Opel-Mutter General Motors ihre europaweiten Kürzungspläne zurücknimmt. Danach sollen in ganz Europa 12 000 GM-Stellen gestrichen werden, davon rund 10 000 allein in Deutschland.

Unterdessen haben im Bochumer Opel-Werk aber einige Beschäftigte nach Angaben örtlicher IG Metall-Vertreter die Arbeit auch wieder aufgenommen. Die Produktionsbänder in dem von massiven Stellekürzungen bedrohten Werk stünden dennoch weiter still. Ein IG Metall-Vertreter sagte im Bochumer Werk, einige kleinere Komponentenbereiche würden wieder arbeiten. „Wir halten keinen von der Arbeit ab, die Leute müssen auch Geld verdienen“, hieß es. „Es ist eindeutig, dass die Produktion nicht weiter läuft“, fügte ein Sprecher der IG Metall hinzu. Die Bänder stünden weiter still.

Am Opel-Stammsitz Rüsselsheim nahm der Gesamtbetriebsrat am Vormittag mit dem Opel-Vorstand konkrete Verhandlungen über das Sparpaket des US-Mutterkonzerns General Motors(GM) auf. Angesichts der Verhandlungen hatte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement die Bochumer Opel-Arbeiter aufgefordert, wieder zu arbeiten. „Die Arbeitnehmer, die vor den Toren stehen, verbessern die Chancen, dass der Standort erhalten wird, nicht“, sagte er am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Sabine Christiansen“.

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