Industriedienstleister
Betriebsrat schaltet sich in Ferrostaal-Streit ein

In den Streit zwischen den Ferrostaal-Eigentümern hat sich nun der Betriebsrat eingeschaltet. In einem Brandbrief richtet der Betriebsratschef sich mit einem Appell an die beiden Aktionäre des Industriedienstleisters.
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DüsseldorfIn dem Brandbrief fordert Betriebsratschef Jürgen Hahn die beiden Aktionäre des Industriedienstleisters Ferrostaal auf, ihren Streit zügig beizulegen, wie das Handelsblatt unter Berufung auf das Schreiben berichtet. Seit Monaten ringen der arabische Staatsfonds IPIC und der Lkw-Bauer MAN um die Frage, wer die Kosten für die Aufarbeitung der massiven Schmiergeldvorwürfe aufkommen muss. Im Raum steht eine Summe von über einer halben Milliarde Euro.

Hahn, der sich in dem Konflikt bislang bedeckt gehalten hatte, wählt drastische Worte in seinem Brief an MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen und IPIC-Manager Khadem Al-Qubaisi: „Helft uns! Wir brauchen eine Perspektive für die Zukunft!“, heißt es in dem Schreiben, das dem Handelsblatt vorliegt. Rund um den Globus hänge das Schicksal von 20 000 Menschen direkt von der Ferrostaal AG ab. Der Eigentümerstreit hat für Ferrostaal massive wirtschaftliche Folgen. Wegen der ungeklärten Frage, wer künftig das Unternehmen kontrollieren wird, verlangen die Banken hohe Sicherheiten für Kreditgarantien. Diese sind dringend nötig, um im Anlagenbau Projekte vorzufinanzieren.

Wie schlecht es um das Unternehmen steht, werden die Vertreter von IPIC und MAN am Mittwoch zu hören bekommen. An dem Tag hält Ferrostaal seine Hauptversammlung für das Jahr 2010 ab. Den beiden Aktionäre – IPIC hält 70 Prozent und die Ex-Mutter MAN den Rest – wird der Geschäftsbereicht für das vergangene Jahr zur Zustimmung vorgelegt. Der Umsatz erhöhte sich im vergangenen Jahr zwar von 1,6 auf 1,8 Milliarden Euro, der Blick in die Zukunft verheißt aber wenig Gutes. Denn der Auftragseingang brach von 1,6 Milliarden auf 779 Millionen Euro ein. Erstmals in der Nachkriegszeit wird die Gesellschaft im laufenden Geschäftsjahr einen operativen Verlust ausweisen, der nach internen Schätzungen bei mindestens 47 Millionen Euro liegen wird, wie es in Konzernkreisen heißt.

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