Industriegase-Hersteller investiert bis zu 500 Millionen Dollar und will jährlich um 20 bis 30 Prozent wachsen
Air Liquide steigt groß in China ein

Der französische Weltmarktführer für Industriegase, Air Liquide, will stark in China investieren. Grund hierfür seien die guten Wachstumsaussichten in dem Land. „In den kommenden fünf Jahren werden wir 400 bis 500 Millionen Dollar in China investieren“, sagte Benoît Potier, Vorstandschef von Air Liquide. Damit lenkt Air Liquide rund zehn Prozent seiner Investitionsmittel nach China.

SCHANGHAI. Derzeit machen die Franzosen ganze 90 Mill. Euro Umsatz in China, das ist ein Prozent das Konzernumsatzes von 8,4 Mrd. Euro (Ende 2003). Das soll sich ändern. „Wir erwarten in China ein Umsatzwachstum von 20 bis 30 Prozent pro Jahr. Damit dürfte in zehn Jahren das China-Geschäft 300 Millionen Euro Umsatz bringen und so wichtig sein wie unser Geschäft in einem großen Land wie Italien“, sagte Potier. In zehn Jahren würde China eine ähnliche Bedeutung haben wie heute die Vereinigten Staaten, fügte der Air-Liquide-Chef hinzu. Seine Wachstumshoffnung stützt er vor allem auf die steigende Nachfrage der chinesischen Industrie: Der Stahlsektor wird nach Schätzungen Air Liquides um zehn Prozent pro Jahr zulegen, die Petrochemie zwischen sieben und zehn Prozent und die Öl- und Gasindustrie rund sechs Prozent.

Industriegase-Anbieter wie Air Liquide beliefern Unternehmen wie Chemie-Unternehmen, Chiphersteller und Ölraffinerien mit den zur Produktion notwendigen Gasen. Anfang des Jahres übernahmen die Franzosen für 2,7 Mrd. Euro den deutschen Wettbewerber Messer Griesheim.

China lockt dank eines Wirtschaftswachstums von über acht Prozent derzeit viele ausländische Konzerne. Der deutsche Chemie-Riese BASF betrachtet das Land als Schlüsselmarkt. Bis 2010 will der Ludwigshafener Konzern 20 Prozent seines Umsatzes und Gewinns im Raum Asien/Pazifik erzielen. Im neuen Schanghai Chemical Industry Park wird Air Liquide ein Joint Venture von BASF mit Wasserstoff versorgen.

„Wer in China Erfolg haben will, muss sich heute strategisch positionieren“, sagt Potier. Dem deutschen Wettbewerber Linde bescheinigte er, mit Verspätung ins chinesische Gase-Geschäft eingestiegen zu sein. Der Markt sei aber nicht einfach zu erschließen, da er zersplittert ist. Zudem würden viele Unternehmen wie zum Beispiel die staatlichen Stahlhersteller ihre Gasezulieferung nur selten an Drittunternehmen vergeben. Air Liquide ist derzeit mit einer Reihe von Produktionsstätten vor allem an der boomenden Ostküste in China vertreten.

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