Industriegase
Linde profitiert von Sparprogramm

Der Industriegasehersteller hat die Belastungen der Wirtschaftskrise im dritten Quartal gut weggesteckt: Das operative Ergebnis sank zwar um 2,3 Prozent, lag damit aber über den Schätzungen der Analysten. Für das Gesamtjahr äußerte sich Vorstandschef Reitzle zurückhaltend.
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HB MÜNCHEN. Linde überrascht mit unerwartet guten Zahlen zum dritten Quartal. „Die positiven Tendenzen, die wir zum Ende des zweiten Quartals gesehen haben, haben sich im dritten Quartal weiter verfestigt“, erklärte Linde-Chef Reitzle zum Zwischenbericht für die Monate Juli bis September. Das Unternehmen kam auf ein operatives Ergebnis von 637 Millionen Euro, ein Minus von 2,3 Prozent binnen Jahresfrist. Damit übertraf Linde die Schätzungen von Analysten, die nur mit 618 Millionen Euro gerechnet hatten. Linde setzte im dritten Quartal 2,837 Milliarden Euro um, das ist ein Minus von 9,5 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 169 Millionen Euro nach 177 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

„Unsere Maßnahmen zur nachhaltigen Produktivitätssteigerung zeigen immer mehr Wirkung, zudem beginnt die Nachfrage in unserem Gasegeschäft langsam wieder anzuziehen“, erklärte Reitzle. Das zweiten Halbjahr werde besser ausfallen als das erste. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet Linde aber weiter mit einem Rückgang von Umsatz und Ergebnis. Linde hatte im November 2008 ein weltweites Sparprogramm aufgelegt, um dem Konjunktureinbruch gegenzusteuern und seine Erträge auch in der Krise zu sichern. Mit dem Sparpaket will Linde im Zeitraum 2009 bis 2012 die Kosten um 650 bis 800 Mio. Euro drücken.

In der Gasesparte kam Linde im dritten Quartal auf ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau von 625 Mio. Euro. Im Vergleich zum zweiten Jahresviertel zogen Ergebnis und Umsatz sogar wieder an. In Asien und Osteuropa seien die deutlichsten Anzeichen für eine Erholung zu sehen, erklärte Linde. Mit seinen Zahlen im Gasegeschäft schnitt Linde besser ab als die Konkurrenz aus den USA. Beim US-Konzern Air Products beispielsweise waren die Umsätze im Quartal um mehr als ein Fünftel geschrumpft.

In der kleineren Anlagenbausparte kam der Konzern im dritten Jahresviertel auf einen operativen Gewinn von 55 Mio. Euro nach 57 Mio. Euro vor Jahresfrist. Für das Gesamtjahr peilt Linde in dem Bereich weiter eine operative Rendite von acht Prozent an. Der Umsatz werde das Vorjahresniveau nicht erreichen. Linde spürt im Anlagenbau vor allem die Verschiebung von Großprojekten in Folge der Wirtschaftskrise.

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