Infiniti
Nissans Nobelmarke auf Wachstumskurs

Der Premiummarkt ist so lukrativ wie umkämpft. Mit der japanischen Nobelmarke Infiniti präsentiert nun ein weiterer Autobauer ambitionierte Wachstumspläne. Doch auf den neuen Chef de Nysschen wartet noch viel Arbeit.
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ParisZwei Jahre ist es her, da träumte ganz Paris vom Luxus. Die britische Nobelmarke Lotus hatte auf dem Pariser Autosalon den großen Auftritt gewählt und der smarte Lotus-Chef Dany Bahar becircte die Autobranche mit vollmundigen Ankündigungen. Fünf neue Sportwagen sollten dem britischen Autobauer zu neuem Ruhm verhelfen und die Lücke zu den etablierten Herstellern schließen. Der Plan scheiterte, Bahar wurde entlassen und in diesem Jahr sucht man Lotus auf dem Pariser Autosalon vergeblich.

Der Fall Lotus zeigt, wie schnell eine Wachstumsstrategie im Premiumsegment scheitern kann. Doch kaum eine Automesse vergeht, ohne dass eine weitere Marke ihre Chance wittert. Der wohl ambitionierteste Anwärter in Paris ist die japanische Nissan-Nobelmarke Infiniti. Schon im vergangenen Jahr starteten die Japaner eine Marketingoffensive. Sie sponsern unter anderem den Red-Bull-Rennstall von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel.

Doch ansonsten erinnert der Auftritt von Infiniti in Paris nur wenig an Lotus: Offenbar haben die Japaner vom abschreckenden Beispiel gelernt. Bei seinem ersten großen Messeauftritt vermeidet der neue Infiniti-Chef Johan de Nysschen große Ankündigungen. Er will lieber zuhören. Spricht trocken vom Aufbau neuer Händlernetze. Absatzziele gibt er gar nicht erst aus, denn an den nackten Zahlen möchte er nicht gemessen werden. „Unser Ziel ist es, die Marke in den nächsten 15 Jahren zu etablieren“.

Dafür haben die Japaner mehrere Konzeptstudien mit nach Paris gebracht. Den LE Concept, eine vollelektrische Limousine, die 2014 auf den Markt kommen soll und den Emerge-E, einen Elektro-Sportwagen mit Range Extender. „Infiniti ist fest davon überzeugt, dass die Zukunft des Premiumsegments in nachhaltig ausgerichtetem Luxus liegt“, sagt Vize-Chef Bernhard Loire.

Eine Schlüsselrolle für den Durchbruch von Infiniti in Europa spielt eine kürzlich vereinbarte Kooperation mit Daimler. Für den europäischen Markt wollen die Partner gemeinsam einen Premium-Kompaktwagen entwickeln. In Paris kündigten Daimler-Chef Dieter Zetsche und Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn an, dass Infiniti ab 2016 auch die Automatikgetriebe von Daimler nutzen darf.

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