Inneneinrichtung
Büromöbelhersteller fühlen sich gewappnet

Die Finanzkrise trifft zwar auch die Hersteller von Office-Ausstattungen, aber aus dem letzten großen Abschwung haben sie inzwischen gelernt. So arbeite die Belegschaft heute deutlich flexibler, heißt es etwa.

KÖLN. Mit äußerst gemischten Gefühlen sehen die deutschen Büromöbelhersteller den Auswirkungen der Weltfinanzkrise auf ihre Branche entgegen. Traditionell reagiert der Markt für Büroausstattungen ganz besonders sensibel auf den Einbruch der Bankenkonjunktur, denn Geldhäuser und Versicherungen gehören zu den besten Kunden der Büromöbelproduzenten. Doch hat die Branche schon ganz andere Krisen überstanden: Zuletzt führte der Zusammenbruch des Neuen Marktes nach 2001 zu Umsatzrückgängen bis zu 40 Prozent.

Allein von 2002 bis 2004 sank der jährliche Branchenumsatz von über zwei auf 1,6 Mrd. Euro. Gerade hatten sich die Erlöse im Jahr 2007 mit einem Plus von 14,5 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro wieder berappelt, da lähmten die Nachrichten von den Turbulenzen auf den Weltfinanzmärkten die Investitionsneigung der Kundschaft. So sind die Mitglieder der Branchenorganisation BSO (Verband Büro-, Sitz und Objektmöbel) derzeit schon froh, wenn von dem Umsatzplus von fast 13 Prozent aus dem ersten Halbjahr 2008 bis zum Jahresende noch vier bis sechs Prozent übrig blieben, wie Verbandssprecherin Barbara Schwaibold auf der Branchenmesse Orgatec in Köln erklärte. Die folgende Stagnation im Jahr 2009 ist für die meisten Produzenten bereits Fakt.

Der Büromöbelhersteller Sedus Stoll, mit knapp 200 Mio. Euro Jahresumsatz einer der Großen der Branche, fühlt sich heute gegenüber negativen Entwicklungen viel besser gewappnet. Während der letzten Krise hatte die Firma noch 200 der seinerzeit rund 1 300 Mitarbeiter die Kündigung schicken musste. "Die Belegschaft arbeitet inzwischen mit flexiblen Zeitarbeitskonten. Außerdem sind viele Gehaltsbestandteile ergebnisabhängig", sagt Stoll-Chef Bernhard E. Kallup. Derzeit stünden deshalb vornehmlich Mitarbeiter mit Zeitverträgen sowie Leiharbeitsverhältnisse zur Disposition. Kallup, der bei Bürostühlen auf einen Auslandsanteil am Umsatz von 50 Prozent verweisen kann, sieht gute Chancen auf weiteren Auslandsmärkten wie Brasilien, die die Bankenkrise bisher kaum spüren.

Ein weniger export-orientiertes Unternehmen wie Hund Büromöbel, das mit einem Umsatz von rund 23 Mio. Euro und 140 Mitarbeitern etwa im Branchenmittel liegt, setzt hingegen auf zusätzliche öffentliche Aufträge. "Wir hoffen, dass die öffentliche Hand die Auswirkungen der Krise durch eigene Investitionen mindert", sagt Firmenchef Hendrik Hund.

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