Innovationsfreudige Markenartikelhersteller auf dem Rückzug
Wellness prägt die neuen Lebensmittel

Vom Trend zu Gesundheit und Wohlbefinden versprechen sich die Hersteller höhere Profite.

DÜSSELDORF. Die Nachfrage nach Produkten, die Wellness und Fitness versprechen, steigt in den westlichen Ländern stetig. Zahlreiche Studien, die den direkten Zusammenhang zwischen ausgewogener Ernährung und einer guten Gesundheit belegen, haben den Trend kräftig angeheizt.

Das Kaufkraftpotenzial gesundheitsbewusster Senioren ist zudem enorm. Allein die 90 Millionen US-Bürger, die älter sind als 50 Jahre, dürften nach vorsichtigen Schätzungen über eine Kaufkraft von insgesamt 1 Billion US-$ verfügen. Auch die älteren Verbraucher achten zunehmend auf ihr Gewicht, sie treiben Krebsvorsorge und wollen ein gesundes Herz behalten.

Selbst Lebensmittelhersteller, die sich bislang vor allem bei jugendlichen Kunden profiliert haben, entdecken nun die betagten, aber zahlungskräftigen Verbraucher. Einer von ihnen: der saarländische Karlsberg- Verbund. Der wurde durch das innovative Biermischgetränk „Mixery“ zum Trendsetter bei jungen Konsumenten. Das Erfolgsrezept will Konzernchef Richard Weber nun auf ältere Verbraucher anwenden. „Die einzige Zielgruppe, die noch wächst, sind die älteren Menschen“, sagt er und kündigt eine weitere Innovationsoffensive seiner Getränkegruppe an, zu der die Homburger Brauerei Karlsberg, die Mineralbrunnen Überkingen- Teinach und auch Merziger Fruchtgetränke gehören. Der Getränkekonzern kommt auf einen Jahresumsatz von rund 650 Mill. Euro und gehört damit zur Spitzengruppe der Branche in Deutschland.

Senioren als Segment entdeckt

„Wellness“ ist der weltweite Trend, für den Weber nun neue, differenzierte Produkte sucht. „Das beste Produkt ist alkoholfreies Bier“, sagt er und hat dabei die ausbalancierte Flüssigkeitsaufnahme älterer Menschen im Sinn. Denn ein Liter alkoholfreies Bier verlässt den menschlichen Körper auf natürlichem Wege im Maßstab eins zu eins. Ein Liter Kaffee hingegen spült 1,6 Liter dringend benötigte Flüssigkeit aus dem Organismus. Falsches Trinkverhalten kostete 10 000 älteren Franzosen während der Hitzewelle in diesem Sommer das Leben.

Während Karlsberg mit „Mixery“, einer Mischung aus Bier, Cola und Kräuterextrakten, den Geschmacksnerv der Jugend offenbar exakt getroffen hat, haben die Produktentwickler des Unternehmens nun auch die Geschmackswelt der Senioren genau erforscht. Denn ein künstliches Gebiss beispielsweise verändert die Sensorik erheblich.

Vanille, Maracuja oder schwarze Johannisbeere sind Aromen, die die dritten Zähne unverändert passieren. Vielleicht entsteht aus dieser Erkenntnis bald ein alkoholfreies Biermischgetränk „in einer ganz neuen Form“, wie Weber andeutet.

Die natürlichen Grundstoffe und Aromen dafür liefert unter anderem die Rudolf Wild GmbH & Co KG aus Heidelberg. Im Hause Wild sind die Mitarbeiter überzeugt, dass der Haupttrend der Zukunft noch für viele Jahrzehnte „Gesundheit und Wellness“ heißen wird.

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