Inside: Boeing
Wieder erste Adresse

Der Flugzeugbauer Boeing zählt nach Jahren von Skandalen, Managementturbulenzen und sinkenden Ergebnissen wieder zu den ersten Adressen der amerikanischen Industrie. Die jüngsten Boeing-Zahlen zeigen Rekorde, so weit das Auge reicht.

PORTLAND. Für Chinesen sagen symbolische Gesten oft mehr als Worte. Dass Chinas Präsident Hu Jintao seinen Staatsbesuch in den USA nicht in Washington D. C., sondern bei Boeing in Washington State begann, war nicht nur die Revanche dafür, dass die US-Regierung dem hohen Gast ein Staatsbankett verweigert hatte. Es zeigte, dass die Chinesen an engen Beziehungen zu führenden US-Firmen stärker interessiert sind, als am Austausch mit Politikern in Washington, die nicht begreifen wollen, dass sie wirtschaftlich gegenüber China längst am kürzeren Hebel sitzen.

Für den Flugzeugbauer Boeing zeigte der Besuch aber auch, dass der Konzern nach Jahren von Skandalen, Managementturbulenzen und sinkenden Ergebnissen wieder zu den ersten Adressen der amerikanischen Industrie zählt. Das Timing von James McNerney, der am 1. Juli 2005 die Nachfolge des über eine Liebesaffäre gestolperten Vorstandschefs Harry Stonecipher antrat, hätte kaum besser sein können. Die jüngsten Boeing-Zahlen zeigen Rekorde, so weit das Auge reicht: Beim Auftragseingang, beim Orderbestand und beim Aktienkurs. Am Ende des ersten Quartals 2006 hatte der Konzern knapp zehn Milliarden Dollar in der Kasse, über die Hälfte mehr als vor einem Jahr. Airbus mag mehr Flugzeuge verkaufen, aber Boeing baut die profitableren Jets.

Verwunderlich am Quartalsbericht war nur, wie vorsichtig die Prognose des Managements ausfiel, obwohl der Boom bei Ziviljets in diesem und im nächsten Jahr erst richtig abhebt und die nächsten Tarifrunde bei Boeing erst 2008 ansteht. Nach 55 Milliarden Dollar Erlösen 2005 rechnet Boeing für dieses Jahr mit 60 Milliarden und für 2007 mit 63,5 bis 64,5 Milliarden Dollar Umsatz. Angesichts der Tatsache, dass der Konzern in diesem Jahr 395 Flugzeuge oder gut ein Drittel mehr als 2005 und im kommenden Jahr 440 bis 445 Ziviljets ausliefern will, erscheint die Prognose überaus konservativ.

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