Inside: Ford
Arg teurer Luxus

Der neue Ford-Chef Alan Mulally hat neben seinen Qualitäten als Sanierer vor allem einen Vorzug: Er ist in seinem neuen Job völlig unbelastet. Er kommt nicht aus der Ford-Organisation, nicht einmal aus der Branche. Anders als Rick Wagoner, der die Probleme beim Konkurrenten General Motors mit Leuten lösen will, die sie – Wagoner eingeschlossen – mit verantwortet haben, kann Mulally bei dem kriselnden Autobauer Ford eine unvoreingenommene Bestandsaufnahme machen. Und genau das tut er.

FRANKFURT. Den Beweis lieferte er Anfang der Woche: Allen Konzern-Beteuerungen der vergangenen Monate zum Trotz stellte Mulally die gesamte verlustreiche Ford-Luxussparte mit Volvo, Jaguar, Land Rover und Aston Martin zur Disposition. Er knüpft die Zukunft der Marken daran, ob sie Geld verdienen. Woran denn sonst? könnte man fragen. Doch nach dieser Regel dürfte zumindest Jaguar längst nicht mehr zum Konzern gehören. Denn dieses Engagement hat sich für Ford zu einem Milliardengrab entwickelt.

Jaguar ist das größte Problem unter den Ford-Luxusmarken, die es nie geschafft haben, zu glänzen. Wenigstens Volvo erfüllt bereits jetzt Mulallys Forderung, Geld zu verdienen. Die Schweden haben die Palette behutsam ausgeweitet, das verstaubte Image abgeschüttelt und dennoch in den Augen der Kunden den Nimbus des besonders sicheren Fortbewegungsmittels bewahrt. Richtig gemacht, lassen sich bei Volvo weitere Synergien nutzen, ohne dass es den Kunden verprellt. Dass Mulally die Marke abstößt, ist unwahrscheinlich.

Etwas anders liegt der Fall beim Rest der Ford-Luxusfamilie PAG. Am wahrscheinlichsten ist ein Verkauf der Sportwagensparte Aston Martin. Erstens, weil Aston Martin bei Technologie, Image, Markenführung und Käuferschicht kaum etwas mit dem restlichen Ford-Konzern gemein hat. Zweitens, weil Aston Martin zurzeit Erfolge hat und ernsthafte Interessenten anklopfen. Und drittens, weil diese – branchenfremden – Interessenten richtig Geld mitbringen, Geld, das Ford dringend benötigt.

Komplizierter wird es bei Land Rover und Jaguar. Weder mit dem von BMW übernommenen Geländewagenbauer noch mit der britischen Luxusmarke wussten die Amerikaner etwas anzufangen. Zu verstehen ist das nicht: Beides sind starke Marken, und die Marke gilt als einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren in der Branche – vorausgesetzt, sie wird richtig geführt. Sicher hatte Jaguar vor der Übernahme Qualitätsprobleme, sicher dauert es lange, ein Image zu drehen. Doch vor allem Jaguar hätte das Potenzial dazu.

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