Inside: HHLA
Dämpfer aus Dubai

Die Frachthäfen drängen an die Börse: Als drittes Unternehmen dieser Art plant die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) für November ihren Börsengang. Doch ein Konkurrent aus Dubai droht die Norddeutschen nicht nur bei den Umsätzen auszustechen, sondern auch im Rennen um die Aktienmärkte.

DÜSSELDORF. Das hat sich Klaus Dieter Peters sicher anders vorgestellt. Der Chef der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) strebt im November an die Börse. Doch nun muss sich Peters wohl auf ein Wettrennen einstellen. Denn auch der arabische Rivale DP World aus Dubai liebäugelt mit einem Börsengang. Die Aktie des Hamburger Hafenbetreibers galt bisher wegen seiner Alleinstellung – weltweit gibt es nur noch zwei börsennotierte Konkurrenten – als Perle. Häfen gehören im Zuge der Globalisierung zu den Profiteuren des Booms in der Containerschifffahrt.

Die hochfliegenden Börsenpläne der Hamburger erhalten nun einen Dämpfer. Denn der Wettbewerber aus dem Emirat ist ungleich größer und wohl auch eine attraktivere Anlage. Im ersten Halbjahr steigerte die HHLA zwar den Containerumschlag um knapp 14 Prozent auf 3,5 Millionen TEU (20 Fuß-Container), im vergangenen Jahr waren es insgesamt 6,6 Millionen. Doch DP World Vorstandschef Mohammed Sharaf will den Containerumschlag bis 2016 auf 84 Millionen TEU verdoppeln. DP World ist weltweit nach Hutchison Port Holdings (Hongkong) und PSA International (Singapur) die Nummer drei der Hafenbetreiber. Wachsen will die Gesellschaft vor allem in den Boomregionen China und Indien.

HHLA rangiert dagegen unter „ferner liefen“. Hamburg vergleicht sich mit Rotterdam und Antwerpen. International blickt man Richtung Ostsee. Das dürfte auch den Anlegern nicht entgehen und sich entsprechend in der Börsenbewertung niederschlagen.

Zwar äußert sich Peters nicht offiziell zu seinen Preisvorstellungen. Doch hat sich der Eigentümer, der Stadtstaat Hamburg, schon gemeldet. Dort ist von einer Milliarde Euro die Rede – wohlgemerkt für 30 Prozent der Anteile an der HHLA. Hamburg braucht Geld für den Ausbau der Hafeninfrastruktur. Denn was nützt ein brummender Hafen, wenn die Container nicht abgefahren werden können.

Doch die Araber erwarten für 30 Prozent an DP World 3,5 Milliarden Euro, will die Nachrichtenagentur Bloomberg aus sicherer Quelle erfahren haben. Gemessen am Hafenumschlag (und den Perspektiven) scheint der Preis ein Schnäppchen.

Zweifellos spielt DP World in einer anderen Liga als die HHLA. Bislang allerdings wurden noch keine Ertragszahlen genannt. Zumindest an dieser Stelle können die Hamburger punkten: HHLA kann mit einer Rendite auf das eingesetzte Kapital von mehr als 20 Prozent glänzen. Und die Nettoumsatzmarge verbesserte sich im ersten Halbjahr 2007 auf beachtliche 14 Prozent.

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