Inside: Leoni
Aufstieg zum Kostenführer

In der Branche für Autozulieferer tobt ein harter Kampf: Wer nicht durch die günstigsten Herstellungskosten oder die nützlichsten Innovationen überzeugen kann, wird schnell Opfer des Wettbewerbs. Im Zuge der Globalisierung setzen daher gerade diese Unternehmen auf Wachstum durch Übernahmen. Mit Leoni bastelt auch ein deutscher Konzern an der Zukunft.

MÜNCHEN. In der globalisierten Autoindustrie gibt es für Zulieferer nur zwei Strategien zum Überleben. Entweder ist man Kosten- oder Technologieführer. Beide Ziele sind durch organisches Wachstum kaum zu erreichen. Also wird in der Zulieferbranche kräftig zugekauft. Die Übernahme von VDO durch Continental ist derzeit das deutlichste Beispiel.

Im Schatten dieser Elefantenhochzeit nimmt gerade ein anderer deutscher Zulieferer Anlauf für den großen Sprung. Der Nürnberger Draht- und Kabelspezialist Leoni hat jüngst verkündet, die Bordnetz-Aktivitäten der französischen Valeo-Gruppe übernehmen zu wollen. Leoni-Chef Klaus Probst steht wohl schon in sehr intensiven Verhandlungen mit den Franzosen.

Zukäufe sind für Leoni Tagesgeschäft. Das Unternehmen ist auf die Produktion von Draht und Kabelprodukte spezialisiert, aber auch auf die Fertigung von Bordnetzen für die Automobilindustrie. 2006 hatte Leoni die Kabelhersteller Kerpen und Studer sowie die Glasfaserkabel-Firma NBC Fiber-Optic übernommen, im Mai diesen Jahres erwarben die Nürnberger die italienische Silitherm. Der Kauf der Valeo-Bordnetzsparte wäre also Teil einer Art Unternehmenskultur.

Ohne Frage: Dieser Deal wäre ein paar Nummern kleiner als der milliardenschwere VDO-Kauf durch Continental. Leoni macht fast eine Milliarde Umsatz mit Bordnetzen, Valeo rund 600 Millionen. Auch geht es hier weniger um Zukunftstechnik. Die Produktion von Bordnetzen ist vielmehr eine solide Basisarbeit im Automobilbau. Motor, Airbags, Klimaanlage und Lautsprecher müssen verkabelt werden, das ist vor allem Handarbeit. Früher haben das die Autohersteller selber gemacht, jetzt geben sie diese Aufgabe immer häufiger an ihre Zulieferer ab, lohnintensive Bastelarbeit macht sich nicht gut in der Bilanz.

So hat Volkswagen erst im vergangenen Jahr seine Bordnetzsparte an den japanischen Sumitomo-Konzern abgegeben der damit neben Delphi, Valeo und Leoni über Nacht einer der großen Hersteller in Europa wurde. Würden Valeo und Leoni zusammengehen, entstünde ein neuer Branchenführer in Europa. Und wohl auch der Kostenführer.

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