Inside: Mitsubishi Motors
Müde, aber gesund gespart

Wenn die Probleme auch noch nicht ausgestanden sind, empfinden die Mitarbeiter von Mitsubishi Motors zumindest Erleichterung. Durch konsequentes Sparen kann der japanische Autohersteller erstmals seit Jahren wieder schwarze Zahlen vorlegen. Und es gibt noch mehr Grund zur Hoffnung.

TOKIO. Durch konsequentes Sparen hatte es Firmenchef Osamu Masuko erreicht, trotz Absatzrückgang Geld zu verdienen. Eine ziemliche Leistung – denn das Unternehmen spielt mit umgerechnet 19 Milliarden Euro Umsatz in der selben Liga wie die Konkurrenten Suzuki und Mazda, die aber nie so tief in die Krise gerutscht waren wie Mitsubishi.

Die Modellpalette ähnelt wiederum mehr der von Honda, Nissan oder Toyota, die wiederum vier- bis siebenmal größer sind und eine entsprechend stärkere Marktmacht ausüben. Toyota vor allem investiert kräftig und Werbung und Kostensenkungen, um auf dem Heimatmarkt einen Anteil von 45 Prozent zu erreichen. Mitsubishi ist zwar international bekannt, Japan bleibt jedoch mit einem Anteil von 20 Prozent ein wichtiger Markt. In Japan leben jedoch wegen der Überalterung der Bevölkerung nicht nur insgesamt immer weniger potenzielle Käufer, gerade die jungen Leute finden auch immer weniger Gefallen an neuen Autos. Der Absatz der gesamten Branche ist daher auf ein Dreißigjahrestief gefallen, Mitsubishi verkaufte innerhalb eines Jahres in Japan zwölf Prozent weniger Fahrzeuge. Auf den Überseemärkten wiederum tummeln sich neben den örtlichen Platzhirschen internationale Spieler wie VW. Im Nachbarland China – wo Mitsubishi gerade viel Geld für ein neues Vertriebsnetz in die Hand nimmt – greifen zudem einheimische Emporkömmlinge das mittlere Segment an.

Erschreckend schwach sieht derzeit noch die Gewinnmarge von Mitsubishi aus, die im abgelaufenen Jahr unter einem halben Prozent lag, während die anderen Autohersteller zwischen vier und sieben Prozent schafften. Mitsubishi-Chef Masuko verspricht jedoch Besserung. Im vierten Quartal schaffte Mitsubishi bereits Umsatzrendite von drei Prozent. Da jedoch immer noch weniger Geld für Investitionen in der Kasse liegt als bei der Konkurrenz, sucht er nach Verbündeten - nicht zuletzt, um nicht den Anschluss an neue Techniken zu verlieren. Solche Partnerschaften sollen mithelfen, in den kommenden vier Jahren eine Steigerung des operativen Gewinns von einem derzeit recht flachen Niveau auf 600 Millionen Euro zu erzielen. Zuletzt gab Mitsubishi bekannt, zusammen mit einem Spezialhersteller von Batterien in die Entwicklung von Lithium-Ionen-Akkus für Hybrid- und Brennstoffzellenautos einzusteigen und zieht damit mit dem Konkurrenten Nissan gleich, der eine ähnliche Allianz verkündete.

Anders als Nissan, Daihatsu oder Subaru hat Mitsubishi keinen großen, international tätigen Partner an der Seite. Es sieht derzeit auch nicht so aus, als ob ein anderer Konzern in das Unternehmen einsteigt. Es ist sieben Jahre her, dass Daimler-Chrysler im Rahmen seiner Asienstrategie eine Beteiligung an Mitsubishi erwarb und sich dabei die Finger verbrannte. Kurz nach dem Einstieg der Deutschen stellte sich heraus, dass Mitsubishi systematisch Mängel vertuscht hatte. Gerade die qualitätsbewussten Japaner reagierten empfindlich und wandten sich von der Marke ab. Das Investment erwies sich für Daimler als Milliardengrab, entnervt zogen die Stuttgarter 2005 wieder ab.

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