Inside: Thyssen-Krupp
Töchter an die lange Leine!

Thyssen-Krupp hat an der Börse ein Kursfeuerwerk entfacht. In der Spitze um 35 Prozent schnellte die Aktie des Stahl- und Investitionsgüterkonzerns seit Dezember 2006 nach oben. Angesichts der fortschreitenden Konsolidierung der weltweiten Stahlindustrie entzündeten sich daran prompt Übernahmespekulationen, doch Gefahr ist nicht in Verzug.

DÜSSELDORF. Thyssen-Krupp ist für einen möglichen Angriff gewappnet: Die Hauptversammlung im Januar weitete die Macht des Großaktionärs Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung entscheidend aus: Unabhängig vom Votum der übrigen Aktionäre darf die Stiftung, die 25,1 Prozent der Anteile besitzt drei Vertreter in den Aufsichtsrat entsenden.

Gemeinsam mit den zehn Vertretern der Arbeitnehmer hat der Großaktionär somit auf ewig eine sichere Stimmenmehrheit im Kontrollgremium. Auch der Erwerb einer Aktienmehrheit – der normalerweise die Wahl aller Kapitalvertreter im Aufsichtsrat ermöglicht – nützte einem Angreifer nichts. Gegen das Bollwerk der Stiftung könnte er wenig ausrichten.

Dass die Hauptversammlung das umstrittene Entsenderecht überhaupt beschlossen hat, liegt an der für einen Dax-30-Konzern untypischen Aktionärsstruktur: Ausländische Investoren halten nur 19 Prozent der Aktien. Fast 50 Prozent sind es bei den übrigen 29 Unternehmen aus der Beletage der deutschen Wirtschaft.

Der niedrige Anteilsbesitz ausländischer Investoren hängt gewiss damit zusammen, dass angelsächsische Anleger Konglomerate wie Thyssen-Krupp nicht mögen. Immerhin scheint der Ruhrkonzern aber ein verbreitetes Vorurteil zu widerlegen: Dass die Aktien von Konglomeraten an der Börse grundsätzlich schlechter abschneiden als die Papiere ihrer klar focussierten Konkurrenten. 2006 war Thyssen-Krupp die beste Aktie im Dax. Und gegenüber dem Kurstief 2003 hat sich die Börsenkapitalisierung auf 19 Milliarden Euro mehr als verfünffacht – deutsche Wertarbeit.

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