Jahresbilanz
Libyen hilft BASF über Schwäche im Chemiegeschäft weg

Einen Dämpfer im Kerngeschäft mit Chemie und Kunststoff musste BASF 2012 wegstecken. Doch die florierende Ölförderung in Libyen und das starke Gasgeschäft halfen dem Ludwigshafener Konzern – und nutzt den Aktionären.
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LudwigshafenDer Chemiekonzern BASF hat im vergangenen Jahr mit einer Schwäche seines Chemie- und Kunststoffgeschäfts zu kämpfen gehabt. Das Ergebnis der beiden Sparten sank jeweils um etwa ein Drittel auf zusammen 2,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig legte aber das Öl- und Gasgeschäft kräftig zu – vor allem wegen gestiegener Ölproduktion in Libyen und anziehendem Erdgashandel. Insgesamt erzielte der Konzern einen Vorsteuergewinn in Höhe von fast neun Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 4,5 Prozent gegenüber 2011 entspricht.

Nach Steuern sank der Gewinn allerdings deutlich um ein Fünftel auf 4,9 Milliarden Euro. Der Konzern begründet das mit höheren Steuern im Öl- und Gasgeschäft. Außerdem war ein Beteiligungsverkauf im Jahr 2011 weitgehend steuerfrei, der damals das Ergebnis getrieben hatte.

Den Aktionären stellt BASF für das vergangene Jahr eine auf 2,60 Euro von 2,50 Euro je Aktie angehobene Dividende in Aussicht. Auch im Jahr 2013 strebt der Chemiekonzern Zuwächse bei Umsatz und bereinigtem Betriebsgewinn an. Dazu sollen auch Sparmaßnahmen betragen. Unter anderem hatte der Konzern im Herbst angekündigt, 400 von 7000 Stellen in seiner Bauchemie-Sparte zu kürzen. Als Grund nannte das Unternehmen die schwache Nachfrage in Südeuropa.

Der Vorstand der BASF musste sich 2012 insgesamt mit weniger Gehalt zufrieden geben als noch 2011. Die Gesamtvergütung des Gremiums schrumpfte um 13 Prozent auf 27,2 Millionen Euro. Vorstandschef Kurt Bock verdiente mit 5,29 Millionen Euro nahezu unverändert. Er hatte sein Amt im Mai 2011 angetreten.

Im vierten Quartal hat der Konzern dank weiter starker Öl- und Gasgeschäfte und der soliden Nachfrage nach technisch anspruchsvollen Kunststoffen seinen operativen Gewinn im vierten Quartal deutlich gesteigert. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei vor Sondereinflüssen wie etwa Restrukturierungen binnen Jahresfrist um 18 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro geklettert, teilte BASF in Ludwigshafen mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem bereinigten Betriebsgewinn von 1,86 Milliarden Euro gerechnet.

BASF setzte von Oktober bis Dezember 19,6 Milliarden Euro um - ein Plus von neun Prozent. Der Überschuss sank allerdings um 13,4 Prozent auf 980 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte im Quartal noch ein hoher Sonderertrag zu Buche gestanden. Die BASF-Konkurrenten Dow Chemical und Akzo Nobel hatten indes vor allem die Euro-Schuldenkrise zu spüren bekommen und im Schlussquartal rote Zahlen geschrieben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Jahresbilanz: Libyen hilft BASF über Schwäche im Chemiegeschäft weg"

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  • so ein dummes Zeug, was die Obigen da abgeben, keine Ahnung von Libyen und den Abläufen dort .. die BRD war immer außen vor ..und Wintershall hat die Konzessionen noch von König Idris Zeiten

    JS

  • So ein Krieg lohnt sich schon.
    Und wo ist eigentlich das lybische Gold geblieben?
    Und die Milliardenbeträge, die der lyisiche Staat bei diversen westlichen Banken angelegt hatte?

  • ...ja jetzt zeigt sich auch der wahre Grund des Krieges gegen Ghadaffi, den uneingeschränkten Zugang zur Ausbeutung der Lybischen Rohstoffe für die amerikanischen. britischen, französischen und natürlich deutschen Aktionäre sicherzustellen! So muß es weiter gehen in Afrika, da ist noch viel zu holen.

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