Jubiläum
Krupp und die Lasten der Vergangenheit

Das Unternehmen Krupp ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten vor der imposanten Kulisse des Ruhrgebietes zu einem Weltkonzern und nationalen Symbol aufgestiegen.
  • 4

EssenNichts deutete darauf hin, dass die kleine Firma am Stadtrand von Essen jemals ein Weltkonzern werden könnte. Der Betrieb war einer jener Start-up-Buden, mit denen deutsche Pioniere im 19. Jahrhundert dem industriellen Boom Großbritanniens nacheiferten. Ihr Gründer, ein gewisser Friedrich Krupp, wollte Stahl produzieren.

Am 20. November 1811 hatte er seine Gussstahlwerke Fried. Krupp gegründet - ohne rechte Ahnung von der Stahlherstellung zu haben. Der 200. Jahrestag wird am Sonntag mit 200 erlesenen Gästen, darunter dem Bundespräsidenten, gefeiert - in der Villa Hügel, dem alten Stammsitz einer Familiendynastie, die zu einem nationalen Symbol geworden ist. Und deren Obrigkeit für breite Schichten der Bevölkerung die Personifizierung ihres ideologischen Feindbilds war.

Ein bisschen wie heute der Deutsch-Banker Josef Ackermann. Dass die Feier stattfindet, grenzt an ein Wunder. Geld hat Firmengründer Friedrich Krupp jedenfalls nicht verdient, vielmehr verbrannte er das Kapital seiner Vorfahren. Als er im Jahr 1826 aus dem Leben schied, hinterließ er Schulden und eine Firma, die nichts als Verluste schrieb.

Selbst in besten Zeiten hatte Krupp nie mehr als zehn Menschen Arbeit gegeben. Nach dem Tod des Gründers schien es so weiterzugehen. Der Nachfolger Alfred Krupp zählte gerade 14 Lebensjahre und litt unter Asthma. Doch der Spross erwies sich als geschäftstüchtig. Er verlegte sich auf die Fertigung von innovativen Produkten für die Eisenbahnindustrie und formte aus Krupp einen Konzern mit 20 000 Mitarbeitern. Eines der Standbeine, die das Konzernbild prägten, war die Kanonenproduktion.

Seite 1:

Krupp und die Lasten der Vergangenheit

Seite 2:

Krupp, die Kanonenkönige

Seite 3:

Der Mythos endet nicht

Kommentare zu " Jubiläum: Krupp und die Lasten der Vergangenheit"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • die groesste Last der deutschen Vergangenheit ist die immer groesser werdende Luege.

  • Also bitte korrekt: Bestellte der preussische König und spätere deutsche Kaiser Wilhelm I 1859...

  • Eine Düsseldorfer Zeitung, also aus einer Stadt die vormals selbst Stahlstadt war, sollte sehen, dass das Bild kein Stahlwerk, sondern eine Kokerei hier die Kokerei Schwelgern mit Nasskühlung zeigt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%