Kamera-Hersteller
Streit bei Olympus wird zur Schlammschlacht

Ein Konflikt um dubiose Zukäufe erschüttert den Kamera-Hersteller Olympus. Ehemalige Manager erheben Vorwürfe. Mitglieder der Unternehmensführung sollen verdächtige Berater-Provisionen gezahlt haben. Das FBI ermittelt.
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TokioDer Streit um seltsame Zukäufe beim Kamera-Hersteller Olympus wird zur Schlammschlacht. Verwaltungsratschef Tsuyoshi Kikukawa griff in einem internen Schreiben persönlich den gefeuerten Chef Michael Woodford an, der die Aufregung mit seinen Vorwürfen ins Rollen gebracht hatte.

Woodford prangerte mehrere Übernahmen an, bei denen es ungewöhnlich hohe Preise oder Berater-Provisionen gegeben habe. Einer der Deals wird inzwischen nach Informationen der „New York Times“ auch vom FBI geprüft.

Verwaltungsratschef Kikukawa schrieb in dem Brief laut einem Bericht der „Financial Times“ vom Dienstag, Woodford habe die Kontroverse um die Übernahmen aufgebauscht, um mit seinen Getreuen die ganze Macht bei Olympus zu übernehmen. Woodford hatte Kikukawa nach einer Prüfung der Deals zum Rücktritt aufgefordert. Der Verwaltungsratschef warf dem Briten Woodford nun auch vor, Japan nicht gemocht zu haben.

Olympus hatte nach einer Aufforderung der Tokioter Börse bereits einige Details preisgegeben. Dabei kamen tatsächlich ungewöhnlich hohe Zahlungen an einen „Finanzberater“ beim Kauf des britischen Medizintechnik-Spezialisten Gyrus ans Licht. Er bekam insgesamt 687 Millionen Dollar - bei einem Kaufpreis vom 1,92 Milliarden Dollar. Der Löwenanteil wurde bei einem Aktiendeal bezahlt. Die Medizintechnik ist inzwischen die wichtigste Sparte von Olympus und macht mehr als 40 Prozent des Geschäfts aus.

Woodford hatte auch die Übernahme von drei kleineren japanischen Firmen kritisiert, für die mit insgesamt rund 73,5 Milliarden Yen (heute rund 700 Mio Euro) nach seiner Ansicht ein überraschend hoher Preis gezahlt worden sei. Den Großteil der Summe hatte Olympus danach schnell abschreiben müssen. Nach Druck von Großaktionären kündigte das Unternehmen vergangene Woche an, die Geschäfte von einer unabhängigen Kommission prüfen zu lassen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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